Frohe Weihnachten – tatsächlich!

fr.: 26.dezember. 2025

es ist erfeulicherweise so ruhig, das man an friedenszeiten glauben könnte.
alle augen der öffentlichkeit sind gerade auf bethlehem und die dortigen feierlichkeiten gerichtet, das verschafft uns hier noch mehr luft.
wir genießen die sonne tagsüber auf dem ausguck, haben ein auge auf siedler, soldaten und sonstige passanten und die katzen neben uns.
am 23.12. gehen wir in die stadt um, die weihnachtseinkäufe zu erledigen. am heiligen abend soll es ein großes fest geben. mit deutsch-dänischem essen und weihnachtsbeleuchtung.
wo letztere herkommen soll ist noch nicht gewiss, aber issa sagt, er kümmert sich darum. wir kennen die leute hier mittlerweile so gut, daß wir uns entspannt zurücklehnen und denken: ‚wird schon werden‘.
bina steht schon nachmittags in der küche und kocht die gerichte, die einen tag stehen können. wir haben ja nur einen zwei-flammen-gasherd.
und am 24. 12. geht es morgens zusammen mit der amerikanisch-dänischen langzeitaktivistin richtig los. schnippeln und kochen wird begleitet durch gemeinsames singen von simon&garfunkel-evergreens.

währenddessen wird issas zimmer renoviert. schon seit tagen sind abu natschi und all die anderen unermüdlich von morgens bis abends dabei, das zimmer zu isolieren, neue elektrik zu installieren und zu streichen. unfassbar, welche energie sie haben.

die arbeit wird nur durch kurze kaffeepausen unterbrochen und heute durch einen ganz besonderen lunch:
wir bauen unseren tisch draußen vor dem haus unter den olivenbäumen auf und decken dort die tafel. in der sonne mit dem blick auf die stadt ohne gitterzaun. natürlich schweifen die blicke immer wieder kontrollierend in die gegend und in richtung siedlung und soldaten.
aber niemand läßt sich blicken und die jungs sitzen an der kante und filmen sich und den ausblick.
durch den regen in der letzten zeit ist alles grün, sogar die eine oder andere wilde iris blüht.

wir können es sogar wagen inmitten der natodrahtabzäunungen einen alten olivenbaum zu fällen und als feuerholz ins haus zu holen, der von den siedlern abgebrannt wurde und nicht mehr ausgeschlagen ist.

es ist schon fast lustig: durch die checkpoints darf man aus sicherheitsgründen nicht das kleinste butterbrotmesser mitnehmen. und durch die hintertür werden ganze kettensägen in die nachbarschaft geschmuggelt.

und dann ist plötzlich weihnachten.
jemand hat ein halbes dutzend lichterketten aus der stadt mitgebracht, die issa zusammen mit den sternen, die eigentlich zu ramadan aufgehängt werden, montiert und die jetzt in der dunkelheit fröhlich vor sich hin blinken. über eine große box ertönt weihnachtspop, die großen tische werden aufgebaut und die ersten olivenbaumstücke brennen in der feuertonne.
alle, die wir eingeladen haben, sind gekommen.
wie es sich gehört, biegt sich der tisch vor lauter schüsseln und tellern und was in stunden vorbereitet wurde, ist innerhalb kürzester zeit aufgegessen. natürlich gibt es viel zu viel und wir werden die nächsten drei tage noch davon zehren. wie zuhause.
frohe weihnachten euch allen. und ein schönes neues jahr!!!!

Anschließend sitzen wir lange gemeinsam am Lagerfeuer:

kinozeit

der erste weihnachtstag ist verplant mit großputz, terrasse, toiletten, küche, kinosaal, alles wird auf hochglanz gebracht.
abends soll zum ersten mal ein richtiger film im ahmad-filmhouse gezeigt werden.
‚coexistensce, my ass‘ von amber fares mit und über noam shuster eliassi, einer israelisch-iranischen commedienne, und ihrem werdegang als komikerin und menschenrechts-aktivistin. inclusive einer anschließenden liveschalte zu noam mit der möglichkeit fragen zu stellen.
mehrheitlich internationale gäste kommen. etliche kennen wir.
aber vor allem kommen unsere freunde und aktivisten von ’stay together‘ aus tel aviv, bei denen wir yom kippur feierten und unsere ersten tage verbrachten.
ihnen unsere direkte umgebung zeigen zu können freut uns besonders.
es wird während des films sogar popcorn gereicht und anschließend wartet leckeres essen und frisches knefe, das amir so lecker über dem feuer zuzubereiten weiß.

Cat-Content:

noch fragen?

Über’n Jordan

Am 30. Dezember laufen unsere Visa aus. Also ist genau dies der Tag unserer Ausreise. Und zwar über die Allenby-Bridge nach Jordanien. Dort ist die Wahrscheinlichkeit für das volle Programm aus Geheimdienstverhör, Leibesvisitation, genauester Gepäckkontrolle sowie Durchsuchung oder Beschlagnahme von Laptop und Telephon deutlich kleiner als bei der Ausreise über den Flughafen Tel-Aviv.

Abschied

Nach dem letzten Gang in die Stadt empfangen wir die letzten Besucher*innen. Zu unserem Erstaunen kennen wir eine von ihnen. Mit K. zusammen waren wir vor 8 Jahren, in unserem ersten Sabbatjahr, Teil der Internationalen Delegation beim Newroz-Fest (dem kurdischen Neujahrsfest) in Diyarbakir/Amed. Jetzt treffen wir sie in Palästina wieder.

Auch unser Lieblings-Streuner wird verabschiedet. Er wird von den YAS-Aktivisten gefüttert, schläft oft vor der Eingangstür des Sumud-Zentrums und verbellt Soldaten. (Sehr praktisch!)

Das Abschiedsgeschenk der Siedler fliegt über den Zaun und fällt wie zu erwarten aus:

Dafür verabschieden die Aktivisten von YAS uns mit einem Barbecue und Geschenken. Unter anderem einer holzgerahmten Keramikfliese mit einer kaligraphierten Gedichtzeile von Mahmud Darwisch, dem palästinensischen Nationaldichter, und einer kleinen arabischen Kaffeekanne, passend für den Bulli.

was für eine schöne verabschiedung.
umm temer war gestern schon da und hat mir eine flasche schöner handcreme mitgebracht. abu ahbed läßt sich leider entschuldigen, seine tochter ist krank. und abir kommt später, weil er irgendwie im krankenhaus war. es geht ihm sichtlich nicht gut. deshalb gibt es auch kein knefe, was eigentlich vorgesehen war. aber eine packung räucherwerk mit yasminduft.
abu natschi hat uns zwei kleine sträußchen mit künstlichen roten rosen mitgebracht. wir sind auch zutiefst gerührt von den vielen warmen worten, die gesprochen werden.
und wie sorgfältig sie darauf geachtet haben, daß die kleinigkeiten zu uns und in den bulli passsen!
die beiden fellbeutel schlafen auch ein letztes mal bei uns im bett. pappsatt, denn die fleischgaben vom grill fallen reichlich aus.
und die letzte nachtschicht für michel und mich fällt komplett aus.

Geschlossene Checkpoints

Die Reise beginnt mit einer Kletterpartie, weil Checkpoint 56 (Bab Al-Zawia) mindestens den dritten Tag in Folge geschlossen ist.

ehrensache, daß issa uns begleitet und zum auto bringt.

Die Soldaten haben gewechselt, und die neuen Soldaten reißen in fast jeder Schicht die Kabel aus den Computern oder ziehen den Hauptstecker ihres Checkpoints. Dann sagen sie, der Checkpoint sei wegen „Computerausfall“ geschlossen, und warten mehrere Stunden auf den Wartungsdienst. Neu dabei ist, dass sie auch den Weg raus für geschlossen geschlossen erklären. Raus aus der Geisterstadt kam man bisher immer. In diese Richtung gibt es ja keine Kontrolle, nur eine Drehtür wie Zuhause am Ausgang vom Freibad.

Das Ganze ging kurz vor Weihnachten los. Wir wissen, dass „unser“ Checkpoint 56 mindestens am 23ten, 25ten, 28ten, 29ten und 30ten Dezember für jeweils mehrere Stunden geschlossen war. (Über die anderen Tage und anderen Checkpoints haben wir keinen genauen Überblick. Aber es gab noch mehr „Computerausfälle“ an Checkpoints!)

Also schleichen wir uns gemeinsam mit einigen Studentinnen, die auf dem Weg zur Uni sind, aus der Geisterstadt raus. Das ist jetzt der 7te Schleichweg, den wir kennen. Aber der erste, bei dem wir klettern müssen:

Durchs Westjordanland

Im Sammeltaxi geht es nach Jericho. Vorbei an:

Besonders die geschlossenen Zufahrtsstraßen zu palästinensischen Dörfern machen uns wütend. Dieser krasse Kontrast zwischen den Israelischen Siedlungen, die von Parks bis Swimmingpools alles haben, und den armseligen Beduinenlagern, auf welche die Siedlungen zum Teil direkt hinab sehen.

Grenzkontrollen

In Jericho müssen wir erst durch die palästinensiche „Grenzkontrolle“. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat keine echte Kontrolle über die Grenzen. Das kompensieren sie durch ein groß aufgezogenes Grenzkontrollen-Imitations-Theater.

Von der palestinensischen „Grenzkontrolle“ in Jericho geht es mit dem Bus und langer Warterei zur „echten“ Israelischen Grenzkontrolle. Hier rechnen wir eigentlich mit allem. Zumal wir die Berichte von anderen Aktivist*innen kennen, die kürzer da waren und eigentlich weniger aufgefallen sind, als wir. Sie haben oft das volle Geheimdienst-Verhör-Durchsuchungs-Programm bekommen. Aber zu unserem Erstaunen rutschen wir glatt durch. Unsere Taschen werden durchleuchtet. Wir müssen durch den Metalldetektor. Und bina muß wegen ihrer künstlichen Knie ihren Prothesenpass vorzeigen und wird extra gescannt.

Am Ausgang der Israelischen Kontrolle heißt es dann wieder lange warten, bis ein Bus mit Ausländern voll ist. Ausländer dürfen nämlich nicht im selben Bus wie Palästinenser über den Jordan fahren. Der Jordan selber ist ein trauriges Rinnsal, welches durch eine Wüstenlandschaft fließt. Der größte Teil seines Wassers wird am Oberlauf für Landwirtschaft und Trinkwasser abgepumpt.

An der jordanischen Grenzkontrolle ist nochmal das übliche Warten für die Grenzbürokratie angesagt. Dann sind wir offiziell in Jordanien.

Cat-Content

Wir vermissen Adam und Lilith jetzt schon. Zum Abschied haben wir ihnen kiloweise Hühnchenreste vom Schlachter eingefroren. Außerdem haben wir Issa und Abu Natschi noch einmal genaustens über Katzenfütterung und -Pflege instruiert.

Jordanien

30. dezember-1. januar 2026

viele photos wird es dieses mal nicht geben, aber einen hoffentlich unterhaltsamen text.

während der warterei auf die letzte passkontrolle an der king-hussein-bridge stoßen wir auf den kanadier c., mit dem wir uns ein schickes taxi nach amman teilen. natürlich zahlen wir trotz feilschen mehr als gedacht. wir werden auch massiv von bettlerinnen mit kindern auf den armen bedrängt, die nach dinar oder auch schekel fragen. aber ‚la‘ heißt auch hier nein.
beim losfahren stellen wir fest, das die einfachen taxis 100 meter weiter stehen, dort, wo die palästinenser ihren ausgang haben. aus irgendwelchen gründen ist das hier strikt getrennt. dort hätten wir wohl weniger bezahlt.

aber jetzt erst einmal zu fuß in die stadt. es gibt die üblichen kleinen läden an den straßen, werkstätten, unebene fußwege, viel verkehr, viele menschen und lärm.
aber alles ist sauberer und entspannter. weniger überfüllt.
hebron wirkt wie ein zu enger käfig mit zu vielen ratten. in amman ist platz. auch platz für ein lächeln unter passanten. das flair ist europäischer geprägt.
wir finden einen kleinen pizza-imbiss. wie herrlich, endlich wieder eine europäische mahlzeit zu haben, so lecker die palästinensische küche auch ist. eine saftige, gut belegte pizza mit viel käse!!!!
die stimmung auf der straße ist entspannt. viele jordanische frauen sind ohne kopftuch unterwegs und wenn mit hijab, dann sorgfältig geschminkt. sie gehen anders als in hebron. aufrecht, entspannt, mit begleitung oder allein. neben uns am anderen tisch hockt ein teenagerpärchen wie sich teenager eben auf eine pizza verabreden.
und auch auffällig viele touristen sind auf der straße. besonders viele junge frauen, die allein reisen.
von letzteren mehrere in unserem hostel.
eigentlich wollen wir noch irgendwo ein bier trinken, aber wir finden keine bar. nur läden wo wir welches kaufen können, was wir auch tun und mitnehmen.
eines trinken wir auf dem weg zurück, das zweite dürfen wir im hostel auf der terrasse trinken, obwohl alkohol in den räumen verboten ist.
die dachterrasse ist traumhaft schön, jetzt allerdings ein wenig kalt und nass. aber was wärmt mich ein bisschen? eine schmusebedürftige katze, die es sich gleich auf meinem schoß bequem macht.
wie heißt dieser blog nochmal? mit 80 katzen um die welt?
die beiden biere hauen uns sofort um. kein wunder nach drei monaten hebron.
wir schlafen so gut. ohne kleidung und dem feuerlöscher neben uns. ohne nachtwache und einem offenen ohr nach draußen. jeder in der eigenen etagenbettenkoje.

Die Bevölkerung Ammans besteht zu 70% aus palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen. Amman gibt einem also ein Gefühl dafür, wie Palästina ohne Besatzung wäre. Das entspanntere Lebensgefühl, die Tatsache, dass Menschen schlendern, dass sie gesünder und größer sind, dass sie weltlicher sind, weil sie keine Zuflucht zur Religion suchen müssen. So könnten auch Ramallah und Hebron sein. Wenn sie nicht unter Siedlern, Soldaten und Besatzung zu leiden hätten.

Demo in Nicosia

Sonntag 25.1.26

wir sind wieder in nicosia, denn wir beteiligen uns an der palästina-demo von ‚unitied for palestine‘.
spaß macht es. nur das eis, was michel vor der demo spendiert schmeckt noch nicht.

united for palestine organisiert mit uns auch die vorführung einer slideshow.
wir brauchen uns um nichts zu kümmern. wir müssen nur den texte und bilder zusammenstellen. sie kümmern sich um ort und ankündigung auf den social media-kanälen, um das drucken der aushänge und um deren verteilung.

das ‚yalla‘ ist eine netter ort dafür, wo wir auch alles vorfinden, was wir brauchen. eine leinwand, projektor, soundsystem.

kleinigkeiten zwischendurch:

wir kommen immer häufiger an pro-palestina-graffitis vorbei:

Slideshow-Nikosia

donnerstag, 12.febr. 2026

seit tagen sitzen wir, feilen an den letzten texten, sortieren fotos und filme.
wir hören immer wieder, wie gespannt man schon ist und wie sehr man sich auf den abend freue.
ich werde ernsthaft nervös. weiß ich doch genau, daß ich meine reden nicht einfach so raushaue wie michel, der es als lehrer gewöhnt ist, vor einer klasse den lila-laune-erklär-bär zu geben.
wir sind sehr rechtzeitig im yalla. dort sind schon tische fortgeräumt und stühle gestellt und wir haben innerhalb einer halben stunde unseren rechner startklar, der hauseigene beamer läuft anstandslos, die soundanlage ist erstklassig. ufp hat einen infotisch mitgebracht.
wir haben das gefühl, wir können uns in ein wohlgemachtes bett legen, so gut vorbereitet ist alles.
es gibt gelegenheit, unsere worte noch mal anzuschauen und dann kommen auch schon die interessierten und der laden ist schnell so voll, daß noch stühle dazu geholt werden müssen.
mary hält eine kleine ansprache und erklärt, wer united for palestine eigentlich ist und was in den nächsten wochen geplant ist und dann haben wir für gut zwei stunden ein mehr als aufmerksames publikum. das besteht aus bekannten gesichtern, aber auch vielen menschen, die wir noch nicht kennen gelernt haben.
fragen und anmerkungen gibt es schon in der pause. aber auch hinterher müssen wir das eine oder andere erläutern.
jemand zeigt mir eigene bilder aus hebron von 2009. erstaunlich, wie sich die sterilisierte zone in H2 mit den jahren verändert hat. die siedler machen sich ihr okkupiertes gebiet schon schick, so mit blumenkübeln an der straße, die es damals noch nicht gab und mit ladentüren, die zwar zugeschweißt sind, aber sauber angestrichen.
viele bedanken sich für die so unmittelbar daher gekommenden berichte, und wir sind glücklich ein volles haus gehabt zu haben.

nach diesen bildern streikte wieder die kamera…..es waren irgendwann alle plätze besetzt. hinten wurde gestanden und an der bar wurde auch platz genommen.

Februar 2026: Nachrichten aus Hebron

Derzeit befindet unser Freund D. aus Hamburg als Protective Presence in Issas-Haus/ dem Sumud-Zentrum in Hebron. Er berichtet (Sa. 14. Februar):

„Zunächst ein gemütliches Frühstück mit Issa Amro […] und ein erstes Gespräch über seine Arbeit hier vor Ort und die Herausforderungen. […]
Dann Zitronen vom eigenen Baum pflücken, danach ein böser Siedler auf dem Pferd, der aus dem Nichts auftauchte und Drohungen ausstieß, und dann ein Stromausfall am späteren Nachmittag, als ich alleine im Haus war. Soweit so ruhig, dazu gemütliches Lesen und Teetrinken. Auf einmal fliegen faustgroße Steine aufs Gelände und in meine Richtung – ich sitze relativ geschützt und packe erst mal das Laptop weg und versuche dann zu entdecken, wer das ist. Überraschung, derselbe junge Mann von der Mittagszeit. Direkt daneben spielen Kinder und beobachten, während der Soldat im Wachhaus hinter dem Anwesen und vor dem Siedlerhaus „nichts hört und sieht“, wie er später behauptet. Das ist alles im Abstand von 10-20 m! Naja, das ist wohl ein eher harmloser Zwischenfall und dennoch zeigt Issa auch diesen sofort bei der Polizei an, als er später nachhause kommt, damit es zumindest aktenkundig wird […]. Wir bleiben noch eine Weile auf, aber mit Strom und Ruhe draußen ist jetzt erst mal Feierabend.“

Cat-Content:

Auch Adam, dem schwarze Hauskater des Sumud-Zentrums, geht es gut. Er schmust mit D., welcher uns dieses Bild von ihm schickt:

Aber seine rothaarige Schwester, „Lilith“ oder auch „Lilly“ genannt, wurde leider von Siedlern gekidnappt. Die Katzen haben ja ihre eigene Welt und wechseln zwischen Siedlern und Palästinensern hin und her. Doch wenn sie von den Siedlern, Soldaten oder Siedlerkindern als „palästinenensisch“ gelesen werden, dann werden sie halt „gekidnappt“ – was vermutlich ein Euphemismus für … ist 🙁

Lilly: Wir bewahren dich im Herzen!

März 2026: Nachrichten aus Hebron

Issa und YAS sind stabil. Über Purim gab es die an jüdischen Feiertagen üblichen verstärkten Angriffe und Belästigungen durch Siedler.

Mit dem Beginn des israelisch-amerikanischen Krieges gegen den Iran, gab es in Hebron eine Ausgangssperre für alle Palästinenser. Und die Regierung tut alles, um die Ausweitung der Siedlungen zu beschleunigen. Issa erzählt davon in seinem Videopodcast, das er ab jetzt monatlich zusammen mit Friends of Hebron von seiner Terrasse senden will:

Unser Freund D. der mit dem „Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK)“ in Israel und Palästina war, und auch eine Woche in Issas Haus in Hebron verbracht hatte, ist nach Beginn des israelisch-amerikanischen Krieges gegen den Iran, sicher über Jordanien nach Deutschland ausgereist. Er hat sich zusammen mit den Leuten von EAPPI evakuiert.

Über die Erlebnisse des Mannes einer Mitevakuierten schrieb er: „Von C., EAPPI aus Schweden bekam ich leider noch Übles mit: Ihr Mann wollte sie für eine Woche besuchen und wurde stattdessen bei der Einreise abgewiesen. Aber nicht nur das: Er wurde stundenlang befragt, er musste sich nackt ausziehen, kam eine Weile in eine Dunkelzelle, kein Essen, kein Trinken, ihm wurde ins Gesicht gespuckt, die Botschaft wurde belogen (er sei im Duty-Free shoppen und werde gut versorgt). Um ihn herum wurden Menschen offenbar auch geschlagen, denn als er eine Wunde versorgen wollte, kam die Wache und schrie, dass er nicht helfen solle. Dieser Ehemann hat internat. Erfahrung und wurde schon in einem ostafrik. Land festgenommen, aber so etwas hatte er noch nicht erlebt. Das alles auf der Basis falscher Vorwürfe gegen das EAPPI-Programm, da seine Frau schon als Mitglied identifiziert worden war („Was, Menschenrechte? EAPPI befürwortet Gewalt. EAPPI ist gegen Israel etc.“).“

Das „Ecumenial Accompaniement Programm in Palestine and Israel (EAPPI)“, wurde von den Quäkern gegründet. – Ja genau jene Quäker, die als Erste in den USA die Sklaverei abgeschaft, im Vereinigten Königreich für Frauenwahlrecht gekämpft, während des Holocaust so mehr Juden als jede andere Religionsgemeinschaft gerettet, und nach dem 2. Weltkrieg die Deutsche Bevölkerung mit CARE-Paketen versorgt haben! Historisch standen diejenigen, welche die Quäker als Feindbild hatten, eigentlich immer auf der ethisch falschen Seite. – Inzwischen sind übrigens so gut wie alle Kirchen mit bei EAPPI dabei. In Deutschland sowohl die Katholiken, als auch die Protestanten.

Report from Hebron

We are a married couple from Germany and have been in Hebron (Palestine) for 3 months: October, November and December 2025. We were guests in the house of Issa Amro and „Youth Against Settlements“. To report about our experiences and the situation there, we made a slideshow, that is based on this homepage, where we documented our stay in Hebron as part of the documentation of our sabbatical year.

Except for this article this homepage is in geman, but there are translation tools out there.

Attacks on house

In October and November 2025 there were more than half a dozen serious attacks on our house, our palestinean friends and ourselves. If you count a single thrown stone as an attack, there was an attack nearly every day.
In our slideshow we concentrate on the 4 worst and best documented attacks.

1) 7th October: Detention & Beating Up
Two soldiers trespass, enter our terrace, detain Mohammad Natschi, beat him for 6-7 hours in the military base, and leave him on the street for the ambulance to pick him up.
Link to the documentation!

2) 8th October: Nightattack
Nightattack by Settlers and at least one Soldier on duty.
The most interesting videos are the 4th and the 5th one.
On the 4th video the soldier enters the frame in second 25.
Link to the documentation!

3) 29th November: Arson Attack
Three settlers climbed on our roof, with a metal cutter and a canister of fuel to burn down our house. They were acting under a soldiers nose, who didn´t intervene.
Link to the documentation!

4) 30th November: Hail of Rocks
Settlers let a hail of rocks go down on our house and the terrace. The guarding soldier is standing between them, not intervening.
Link to the documentation!

Situation in the Ghost Town Hebron

To document the situation in the Ghost Town, that the Israeli Army created around the illegal settlements in the city centre of Hebron, we essentially rely on two walks we made.

1) 7th December 2025: Tour with German Viceconsul
The German Viceconsul made a solidarity visit at our house. Under his diplomatic protection we were able to take a walk and document the situation on and around Shuhada Street.
Link to the documentation!

2) 17th December 2017: Arrival in Hebron
Eight years ago we were in Hebron for about 6 weeks. Back then the situation was more relaxed. So we were able document, how one checkpoint doesn’t let an ambulance through, how settler kids harass palestinean schoollkids at another checkpoint and so on.
(Everything documented in that article is from our first afternoon in Hebron!)
Link to the documentation!

Visit Palestine

If you want to travel to Palestine, you should first make up your mind! How long do you want to stay there? What you want to achieve?

1) Learn about the Situation & Bear Witness
Two weeks are enough time for thist.
If you also want to include a religious pilgrimage or touristic activities like snorkling in the red sea or hiking, we suggest to ad more time.
More Information for this! (Partly outdated!)

2) Protective Presence
You should have at least one month time for this.
In Palestine you do have a superpower: You do have civil rights! Something the Palestineans do not have. They are subject to military law. You are subject to civil law. You can’t be imprisoned without charge! Attacking you is an international incident.
Therefore you can protect the palestineans around you by simply beeing present. By sleeping in there houses and accompanying them.

3) Olive Harvest
Two Weeks (or more) in October and November.
Each year the Olive Harvest is a time of increased violence by settlers and the israeli state. Settlers and Soldiers try to make it impossible for palestinean farmers, to harverst their olives. If the palestineans fail to harvest in three consecutive years, they lose their land, and the Israeli state hands it over to the settlers.

Contacts
Feel free, to contact us. We are happy to help you with planning your trip to palestine.
Please write us an email, and tell us an Signal-Contact to reach out back to you.
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The two organisations we recommend most are „Friends of Hebron“ (The international support organisation of „Youth Against Settlements“) and „Hebron International Resources Network“.