In unseren ersten zwei Wochen auf Zypern kümmern wir uns vor allem um uns selber und unser Seelenleben. Wir wandern zu den Kreuzfahrerburgen Kantara und Buffavento. Wir sitzen im H4C in der UN-Pufferzone in Nicosia und im Hoi Poloi im Nordteil der Stadt Wir lesen Bücher. Wir verschlafen einen kompletten Tag. – Nebenbei nehmen wir Kontakt zu „United for Palestine – Nicosia“ auf, mit denen wir voraussichtlich etwas zusammen machen werden.
Das Wetter schwankt zwischen Mittelmeer und Irland.
tut das gut, mal wieder einen fuß vor den anderen zu setzen. tun meine knie nach kantara hoch noch ernsthaft weh, gehts nach buffavento schon erheblich besser. da klappen sogar die kurzen kraxelstellen. ich nehme zwar seit langem mal wieder sicherheitshalber schmerzmittel und die knie fühlen sich steif und geschwollen an, als wir wieder am bulli sind. aber am nächsten tag ist alles wieder in ordnung und ich mag weiterlaufen. ohne die operationen hätte ich diese touren nicht geschafft.
Hier Bilder von unserer Wanderung zur Kreuzfahrerburg Buffavento:
Hier unsere Kuscheltiere beim interkulturellen Biertrinken:
Cat-Content:
Auf einem schönen Picknickplatz auf dem wir drei Nächte stehen, gibt es (natürlich) viele Katzen. Die sind zwar gut genährt, trotzem bekommen sie von uns etwas:
viele photos wird es dieses mal nicht geben, aber einen hoffentlich unterhaltsamen text.
während der warterei auf die letzte passkontrolle an der king-hussein-bridge stoßen wir auf den kanadier c., mit dem wir uns ein schickes taxi nach amman teilen. natürlich zahlen wir trotz feilschen mehr als gedacht. wir werden auch massiv von bettlerinnen mit kindern auf den armen bedrängt, die nach dinar oder auch schekel fragen. aber ‚la‘ heißt auch hier nein. beim losfahren stellen wir fest, das die einfachen taxis 100 meter weiter stehen, dort, wo die palästinenser ihren ausgang haben. aus irgendwelchen gründen ist das hier strikt getrennt. dort hätten wir wohl weniger bezahlt.
das hostel ist wirklich schnuckelig, die betten und räume sind gemütlich und die betreiberin zeigt uns schnell und gut vorbereitet alles, was wir über das hostel und den ersten gang in die stadt wissen müssen. der einzige aufreger für mich ist, daß ich mich zum ersten mal mit altersdiskiminierung auseinandersetzen muß. michel hatte es beim buchen ganz zum schluß noch wahr-, aber nicht richtig ernst genommen: dieses hostel ist gästen unter 45 jahren vorbehalten. zwar erklärt es die betreiberin, ich kann sie auch ein stück weit verstehen und sie sieht auch, daß wir nicht zur gewöhnlichen klientel der über 45-jährigen gehören, weshalb wir bleiben dürfen. aber ich hätte nicht gedacht, daß mir so etwas schon mit 60 jahren widerfährt. dieses hostel hat auf bewertungsportalen hauptsächlich von dieser altersgruppe schlechte noten bekommen, die zwar billig nächtigen wollten, aber komfort eines besseren hotels erwarteten. schlechte bewertungen können oder wollen sie sich nicht leisten. aha, soweit sind wir also: ich werde ausgegrenzt, weil die internetbewertungen meiner altersgruppe zu schlecht ausfallen. dafür habe ich mir nicht drei monate lang die seele in hebron eingerannt und mich siedlern, soldaten und der apartheid ausgesetzt. sie möge bitte selbst erst mal so alt werden wie ich und dann solche reisen machen. ich werde wütend und sehr deutlich und lasse mich auch durch michel nicht stoppen. WAS FÜR EIN IRRSINN. so weit sind wir also schon. das kann ja die nächsten 20 jahre noch lustig werden. ich frage mich gerhard seyfried zitierend (wenn den noch jemand kennt): wo soll das alles enden???????? aber ich beruhige mich wieder und lasse es gut sein, wir dürfen ja auch bleiben.
Ich breche jetzt eine Lanze für die beiden Betreiberinnen des Darna-Hostels. Sie schaffen hier mit viel Liebe und Hingabe einen wundervollen Ort. Ein Hostel, dass sowohl persönlich heimelig als auch professionell geführt ist. Es ist gemütlich und super sauber. Die beiden sind hilfsbereit, erklären einem alles und sorgen dafür, dass ihre Gäste nicht von Geldwechslern oder überteuerten Restaurants abgezogen werden. Und das für gerade einmal 10€ die Nacht, inklusive einfachem Frühstück.
Dass sie sich das nicht von alten deutschen Grantlern kaputt machen lassen wollen, das verstehe ich. Wir geben ihnen ein ganz klares „Daumen-hoch“. Wenn wir auf dem Weg von oder nach Hebron wieder in Amman nächtigen, werden wir das hier tun. Wir empfehlen die beiden und ihr Darna-Hostel auch aus vollem Herzen weiter:
aber jetzt erst einmal zu fuß in die stadt.es gibt die üblichen kleinen läden an den straßen, werkstätten, unebene fußwege, viel verkehr, viele menschen und lärm. aber alles ist sauberer und entspannter. weniger überfüllt. hebron wirkt wie ein zu enger käfig mit zu vielen ratten. in amman ist platz. auch platz für ein lächeln unter passanten. das flair ist europäischer geprägt. wir finden einen kleinen pizza-imbiss. wie herrlich, endlich wieder eine europäische mahlzeit zu haben, so lecker die palästinensische küche auch ist. eine saftige, gut belegte pizza mit viel käse!!!! die stimmung auf der straße ist entspannt. viele jordanische frauen sind ohne kopftuch unterwegs und wenn mit hijab, dann sorgfältig geschminkt. sie gehen anders als in hebron. aufrecht, entspannt, mit begleitung oder allein. neben uns am anderen tisch hockt ein teenagerpärchen wie sich teenager eben auf eine pizza verabreden. und auch auffällig viele touristen sind auf der straße. besonders viele junge frauen, die allein reisen. von letzteren mehrere in unserem hostel. eigentlich wollen wir noch irgendwo ein bier trinken, aber wir finden keine bar. nur läden wo wir welches kaufen können, was wir auch tun und mitnehmen. eines trinken wir auf dem weg zurück, das zweite dürfen wir im hostel auf der terrasse trinken, obwohl alkohol in den räumen verboten ist. die dachterrasse ist traumhaft schön, jetzt allerdings ein wenig kalt und nass. aber was wärmt mich ein bisschen? eine schmusebedürftige katze, die es sich gleich auf meinem schoß bequem macht. wie heißt dieser blog nochmal? mit 80 katzen um die welt? die beiden biere hauen uns sofort um. kein wunder nach drei monaten hebron. wir schlafen so gut. ohne kleidung und dem feuerlöscher neben uns. ohne nachtwache und einem offenen ohr nach draußen. jeder in der eigenen etagenbettenkoje.
Die Bevölkerung Ammans besteht zu 70% aus palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen. Amman gibt einem also ein Gefühl dafür, wie Palästina ohne Besatzung wäre. Das entspanntere Lebensgefühl, die Tatsache, dass Menschen schlendern, dass sie gesünder und größer sind, dass sie weltlicher sind, weil sie keine Zuflucht zur Religion suchen müssen. So könnten auch Ramallah und Hebron sein. Wenn sie nicht unter Siedlern, Soldaten und Besatzung zu leiden hätten.
sylvester
morgens gibt es eine heiße dusche nebst gewaschenen haaren. und ein schlichtes frühstück mit toast und pulverkaffee. nein, wir vermissen pita, hummus und labneh nicht. das kommt irgendwann später. wir machen es uns im aufenthaltsraum gemütlich. michel schreibt blog, ich lese. meine gedanken wandern immer wieder nach hebron. wie es den anderen wohl geht? war die nacht ruhig, feiern sie heute auch sylvester? wie geht es adam und lilith? und ich friere wie ein schneider. daran ändern auch decke und schlafsack nichts, in die mich michel auf einem sofa einmummelt. ich schwanke zwischen glück, daß wir heile in amman sind, die wir ja in hebron wieder trafen und sorge. die anspannung und der streß fallen von mir ab. ich weiß, das ist völlig normal, deshalb gebe ich mich dem hin und warte ab. schon bald wird es abend und zeit, sich für den pub fertig zu machen. wir wollen im dubliners irish pub feiern. c. hat sein erscheinen zugesagt und auch k. aus kolumbien, die wir in hebron getroffen haben, zusammen mit einer freundin. wir gehen die 5 km zu fuß. nein, amman ist eigentlich nicht schön. viele prächtige neubauten, breite straßen, auf denen sich die autos reihen. viel polizei. so gut wie an jeder straßenecke und vor jedem wichtigeren gebäude. es gibt fußgängerampeln und autos, die daran halten, wenn für sie rot ist. erstaunlich. wir fragen uns, wovon amman lebt. von größerer industrie wissen wir nichts. nur, daß hier 70% der befölkerung palästinenser sind und diese stadt mal ein kleines dorf war. später erfahren wir, daß pottasche abgebaut wird. und man lebt offenichtlich von dem wasserkopf, den das jordanische königshaus installiert hat, um seine macht zu sichern.
noch ist der pub so gut wie leer. das guinness ist zwar aus dosen, schmeckt aber wie reines ambrosia. und ich darf mir eine gute portion fish’n’chips einverleiben, zu der es sogar vinegar für die chips gibt.
ich hatte mich ein bisschen auf irish folk gefreut, aber es gibt nur pop-musik und auf acht bildschirmen sportübertragungen. egal. das guinness ist köstlich, die gespräche mit verschiedenen gästen an tresen und tischen auch. dann taucht c. auf und später k. mit ihrer freundin und der erfahrungsaustausch, diskussionen und gespräche gehen hin und her. der pub ist bald bis auf den letzten platz besetzt.
dann geht irgendwann das lichtaus und es ist 00 uhr. alle jubeln, tanzen, klatschen. nur ich heule wie ein schloßhund und stehe mit michel stumm am tisch. es läuft ‚auld lang syne‚ auf techno. andere länder, andere sitten. anschließend gibt es aber auch noch eine besinnliche version, diewir mitsingen mögen. ich finde es unfassbar, das wir gesund und munter sylvester in amman feiern. wir bestellen mit c. ziemlich bald ein gemeinsames taxi und fahren ins hostel zurück. dort ist alles still. mittlerweile sind auch alle restlichen betten in unserem gemeinschaftszimmer belegt und wir gehen leise und nach raucherkneipe duftend schlafen.
zurück nach zypern
jetztkönnen wir es ja erzählen, wo wir alles hinter uns haben. michel hat seinen reisepass und das notizbuch verloren. vielleicht wurde es auch geklaut, wir haben keine ahnung. neujahrmorgen stellt er fest, das seine tasche leer ist. die suche im hostel bleibt erfolglos. aber zum glück hat er noch den 2. pass, nur ohne visum. das dubliners wird angeschrieben. c., der das taxi bestellt hatte, wird angefunkt. aber im taxi wurde nichts gefunden. wir packen unsere sachen und lassen uns in den dubliners fahren, der um 12.00h öffnet. der flug geht um 17.45 uhr, wir haben also noch ein gutes zeitfenster. aber im pub ist der pass auch nicht. vielleicht hat er ihn verloren, als wir an dem großen straßenkreisel die polizei nach dem weg fragten und er das smartphone aus der tasche zog? vielleicht haben die jugendlichen palästinenser nachts vor dem hostel, die von uns und unsreren kefiye um den hals so begeistert waren und selfies mit uns machten, in seine tasche gegriffen? vielleicht hat ihn aber auch jemand gefunden, an sich genommen und zur polizei gebracht? wir wissen es nicht. wir fahren zum flughafen.
natürlich kommen wir nicht durch die ersten sicherheitskontrollen, weil die stempel im zweiten pass fehlen. wir werden an die polizeistation am flughafen verwiesen. dort sind die räume voll mit polizisten, die rauchen und kaffee trinken. welchen job sie haben ist nicht klar. einige wenige können gebrochen englisch, verweisen auf den babbo hinter dem großen schreibtisch, der aber auch kaum englisch kann. dann kommt jemand mit besseren englischkenntnissen, der dem babbo aber untersteht. mit dem wird die sachlage geklärt. dann taucht ein ganz hoher babbo auf, der auch gut englisch spricht und besonders lametta auf der brust, aber keinen schreibtisch hat. dem hören dann alle zu, auch der am schreibtisch. er sagt, wir müssen nach amman zurück, weil die polizeistelle zuständig ist, in deren destrikt der vorfall passierte. aber das wissen wir ja nicht….. er wundert sich, das wir zwei pässe haben und will wissen, ob wir von der botschaft kommen. diesen ball nimmt michel gerne auf und sagt ja. er hebt unsere botschaftskontakte sehr hervor und zeigt auch sein elektronisches visum auf dem handy. dann geht alles erstaunlich schnell. der babbo telefoniert. wir sollen zum flughafen gehen und mit dem zweiten pass und dem e-visum einchecken und wenn fragen aufkommen, sollen die nochmal bei ihm anrufen. wir sind entlassen.
Als der Ober-Babbo erfährt, dass wir doppelte Pässe haben, hält er uns für Diplomaten. Sein Ton wird deutlich freundlicher und er wird deutlich vorsichtiger. Vorher war der Tenor: Alles nicht unser Job und unser Problem. Jetzt hat er merklich Sorge, dass er mit dem Ober-Ober-Babbo Ärger bekommt, weil er einen deutschen Diplomaten verärgert hat. – Ich lüge nicht direkt, bediene seinen Irrtum aber mit Freuden. Sein unzureichendes Englisch erledigt den Rest. Während ich so bluffe sitzt mein inneres „Ich“ mit Popcorn dabei und kann es gar nicht glauben, dass das wirklich klappt! – Aber es klappt reibungslos. Wichtige jiddische Vokabel an dieser Stelle: „Chuzpe!“
an den kontrollen und beim einchecken gibt es tatsächlich keineprobleme. sogar der piepende personensanner wird toleriert, ich zeige nur auf meine knie und ernte ein verständiges lächeln. im wartebereich treffen wir die nette deutsche wieder, die mit uns im hostel war und haben eine kurzweilig verplauderte zeit. der flug geht pünktlich. es gibt sogar einen imbiss an bord, was ja nicht mehr selbstverständlich ist. noch pünktlicher landen wir in larnaka und können, wartend aufs gepäck, in hebron bei issa entwarnung geben. auf issas terrasse ist grade wieder ein party mit gästen in gange. mit za’atar-pizza. za’atar ist eigentlich thymian auf arabisch. so heißt aber auch eine gewürzmischung hauptsächlich aus thymian, salz und sesam und sicher noch anderem. issa zeigt mich per handy herum. m. winkt, hatim steht mit amir in der küche am herd, umm temer wirft mir ein küßchen zu. sie trägt eine wunderschön bestickte stola. abu natschi steht in unserem(!) zimmer mal wieder auf der leiter und wandert damit durch den raum, wie er es so oft und sehr yirtuos tut. sie haben dort gleich nach unserer abreise mit der renovierung angefangen.für uns fühlt es sich wie ein gruß von zuhause an. das heißt, es geht ihnen gut und es ist friedlich. wie beruhigend.
und dann lesen wir, das heute keine busse mehr nach nicosia fahren. der fahrkartenschalter ist verwaist. och nööö! ein taxi soll 70.-€ kosten. aber zum glück fragt michel eine andere touristin, die sich wundert: ‚wieso, in 20 min. fährt doch einer!‘ der schalter ist plötzlich auch wieder besetzt. die damen haben sich nur was zu essen geholt. 9.-€ pro ticket bezahlt, noch ein bischen gewartet, in den bus gestiegen, ganz entspannt zur shuttlebus-haltestelle und von dort mit einem taxi nach nicosia zum übergang am ledra-palace gefahren. die letzten zwei kilometergehen wir zu fuß. ich träume von einer großen portion nudeln, nur mit öl, salz und oregano. tomatensauce wird nicht zu finden sein. wenn denn bulli überhaupt auf uns wartet und wenn in welchem zustand. wir können uns alles vorstellen. aber tatsächlich: da steht unser kleiner auf dem parkplatz. alles ist dran und drin. vögel haben in den drei monaten im dorf des werkstattchefs ihre kotspuren hinterlassen und der zypriotische staub liegt auch auf allen innenflächen. wir haben unser zuhause wieder und ich gebe es zu: ich weine! dann gibt es nudeln mit öl, salz und oregano.und ein bullibett und einen schlaf, wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten. ich bin so glücklich, daß es fast weh tut.
wiedersehen mit nicosia
der erste gang morgens führt uns in die autowerkstatt. lange sucht der chef nach der rechnung. ganz vorne im auftragsbuch findet er sie und es ist wirklich alles gemacht und das zu einem fairen preis. natürlich reicht es, wenn wir erst montag bezahlen. als nächstes ist serdar dran. der besitzer unserer reinigung springt vor freude fast über den tresen, als er uns sieht. schnell sind die wichtigsten dinge erzählt und serdars freude wird noch größer, da wir heile wieder da sind. die kufiye, die wir ihm mitgebracht haben will er heute nicht mehr ablegen. und selbstverständlich können wir ihm montag unsere dreckigen sachen bringen, auch wenn man für einige stücke einen exorzisten rufen sollte.
ein einkauf ist jetzt an der reihe und dann laufen wir in die altstadt zu ziba, die hoffentlich heute an der touri-info an der ledra-street dienst hat. hat sie. sie räumt sich eine pause ein und zum erstaunen ihrer grenzposten-kollegen, mit denen sie sich hinter dem posten die infrastruktur (klo, kaffeeküche, katzenfütterstelle) teilt, dürfen wir uns an den tisch setzen und bekommen einen kaffee. auch hier tauschen wir die neusten neuigkeiten und wichtigsten erlebnisse aus. zu unserer freude hat sie beim touristenministerium endlich eine festanstellung bekommen. das ist für sie ein richtiger lottogewinn. meine bodhran ist nach wie vor bei ihrer mutter,sie wird sie heute abend bei uns vorbei bringen. sie klingt etwas seltsam nach drei monaten und ich muß mich selbst auch wieder auf irish-folk-tempo hoch trainieren. momentan bin ich für eine session viel zu langsam.
und dann koche ich im bulli erst einmal heißgeliebte nudeln mit tomatensoße, von uns immer nudeln a la herrschaft genannt. wie köstlich die schmecken!
ich frage mich, womit wir so viel glück verdient haben. es hätte so viel schief gehen können. aber es lagen auf der rückreise keine steine im weg. die menschen waren uns wohlgesinnt, die polizei in amman hat mitgespielt und uns nicht wieder nach ammen zurück geschickt. der flug hat reibungslos geklappt und die transfers auch. bulli wartete wie besellt. wir haben wunde seelen, sind aber körperlich wohlauf. entweder haben wir massiv schulden beim universum,oder es meint uns nach diesen drei monaten was schuldig zu sein. wie ich mich bei ihm bedanken soll, und das werde ich tun, weiß ich noch nicht.
Am 30. Dezember laufen unsere Visa aus. Also ist genau dies der Tag unserer Ausreise. Und zwar über die Allenby-Bridge nach Jordanien. Dort ist die Wahrscheinlichkeit für das volle Programm aus Geheimdienstverhör, Leibesvisitation, genauester Gepäckkontrolle sowie Durchsuchung oder Beschlagnahme von Laptop und Telephon deutlich kleiner als bei der Ausreise über den Flughafen Tel-Aviv.
Abschied
Nach dem letzten Gang in die Stadt empfangen wir die letzten Besucher*innen. Zu unserem Erstaunen kennen wir eine von ihnen. Mit K. zusammen waren wir vor 8 Jahren, in unserem ersten Sabbatjahr, Teil der Internationalen Delegation beim Newroz-Fest (dem kurdischen Neujahrsfest) in Diyarbakir/Amed. Jetzt treffen wir sie in Palästina wieder.
Auch unser Lieblings-Streuner wird verabschiedet. Er wird von den YAS-Aktivisten gefüttert, schläft oft vor der Eingangstür des Sumud-Zentrums und verbellt Soldaten. (Sehr praktisch!)
Das Abschiedsgeschenk der Siedler fliegt über den Zaun und fällt wie zu erwarten aus:
Dafür verabschieden die Aktivisten von YAS uns mit einem Barbecue und Geschenken. Unter anderem einer holzgerahmten Keramikfliese mit einer kaligraphierten Gedichtzeile von Mahmud Darwisch, dem palästinensischen Nationaldichter, und einer kleinen arabischen Kaffeekanne, passend für den Bulli.
was für eine schöne verabschiedung. umm temer war gestern schon da und hat mir eine flasche schöner handcreme mitgebracht.abu ahbed läßt sich leider entschuldigen, seine tochter ist krank. und abir kommt später, weil er irgendwie im krankenhaus war. es geht ihm sichtlich nicht gut. deshalb gibt es auch kein knefe, was eigentlich vorgesehen war. aber eine packung räucherwerk mit yasminduft. abu natschi hat uns zwei kleine sträußchen mit künstlichen roten rosen mitgebracht. wir sind auch zutiefst gerührt von den vielen warmen worten, die gesprochen werden. und wie sorgfältig sie darauf geachtet haben, daß die kleinigkeiten zu uns und in den bulli passsen! die beiden fellbeutel schlafen auch ein letztes mal bei uns im bett. pappsatt, denn die fleischgaben vom grill fallen reichlich aus. und die letzte nachtschicht für michel und mich fällt komplett aus.
Geschlossene Checkpoints
Die Reise beginnt mit einer Kletterpartie, weil Checkpoint 56 (Bab Al-Zawia) mindestens den dritten Tag in Folge geschlossen ist.
ehrensache, daß issa uns begleitet und zum auto bringt.
Die Soldaten haben gewechselt, und die neuen Soldaten reißen in fast jeder Schicht die Kabel aus den Computern oder ziehen den Hauptstecker ihres Checkpoints. Dann sagen sie, der Checkpoint sei wegen „Computerausfall“ geschlossen, und warten mehrere Stunden auf den Wartungsdienst. Neu dabei ist, dass sie auch den Weg raus für geschlossen geschlossen erklären. Raus aus der Geisterstadt kam man bisher immer. In diese Richtung gibt es ja keine Kontrolle, nur eine Drehtür wie Zuhause am Ausgang vom Freibad.
Das Ganze ging kurz vor Weihnachten los. Wir wissen, dass „unser“ Checkpoint 56 mindestens am 23ten, 25ten, 28ten, 29ten und 30ten Dezember für jeweils mehrere Stunden geschlossen war. (Über die anderen Tage und anderen Checkpoints haben wir keinen genauen Überblick. Aber es gab noch mehr „Computerausfälle“ an Checkpoints!)
Also schleichen wir uns gemeinsam mit einigen Studentinnen, die auf dem Weg zur Uni sind, aus der Geisterstadt raus. Das ist jetzt der 7te Schleichweg, den wir kennen. Aber der erste, bei dem wir klettern müssen:
Durchs Westjordanland
Im Sammeltaxi geht es nach Jericho. Vorbei an:
Biblischen Landschaften,unbesetzten Checkpoints,Überwachungstürmengesperrten Straßen zu palästinensischen Dörfern,israelischen Siedlungenund armseligen……Beduinenlagern
Besonders die geschlossenen Zufahrtsstraßen zu palästinensischen Dörfern machen uns wütend. Dieser krasse Kontrast zwischen den Israelischen Siedlungen, die von Parks bis Swimmingpools alles haben, und den armseligen Beduinenlagern, auf welche die Siedlungen zum Teil direkt hinab sehen.
Grenzkontrollen
In Jericho müssen wir erst durch die palästinensiche „Grenzkontrolle“. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat keine echte Kontrolle über die Grenzen. Das kompensieren sie durch ein groß aufgezogenes Grenzkontrollen-Imitations-Theater.
Von der palestinensischen „Grenzkontrolle“ in Jericho geht es mit dem Bus und langer Warterei zur „echten“ Israelischen Grenzkontrolle. Hier rechnen wir eigentlich mit allem. Zumal wir die Berichte von anderen Aktivist*innen kennen, die kürzer da waren und eigentlich weniger aufgefallen sind, als wir. Sie haben oft das volle Geheimdienst-Verhör-Durchsuchungs-Programm bekommen. Aber zu unserem Erstaunen rutschen wir glatt durch. Unsere Taschen werden durchleuchtet. Wir müssen durch den Metalldetektor. Und bina muß wegen ihrer künstlichen Knie ihren Prothesenpass vorzeigen und wird extra gescannt.
Am Ausgang der Israelischen Kontrolle heißt es dann wieder lange warten, bis ein Bus mit Ausländern voll ist. Ausländer dürfen nämlich nicht im selben Bus wie Palästinenser über den Jordan fahren. Der Jordan selber ist ein trauriges Rinnsal, welches durch eine Wüstenlandschaft fließt. Der größte Teil seines Wassers wird am Oberlauf für Landwirtschaft und Trinkwasser abgepumpt.
An der jordanischen Grenzkontrolle ist nochmal das übliche Warten für die Grenzbürokratie angesagt. Dann sind wir offiziell in Jordanien.
Cat-Content
Wir vermissen Adam und Lilith jetzt schon. Zum Abschied haben wir ihnen kiloweise Hühnchenreste vom Schlachter eingefroren. Außerdem haben wir Issa und Abu Natschi noch einmal genaustens über Katzenfütterung und -Pflege instruiert.
es ist erfeulicherweise so ruhig, das man an friedenszeiten glauben könnte. alle augen der öffentlichkeit sind gerade auf bethlehem und die dortigen feierlichkeiten gerichtet, das verschafft uns hier noch mehr luft. wir genießen die sonne tagsüber auf dem ausguck, haben ein auge auf siedler, soldaten und sonstige passanten und die katzen neben uns. am 23.12. gehen wir in die stadt um, die weihnachtseinkäufe zu erledigen. am heiligen abend soll es ein großes fest geben. mit deutsch-dänischem essen und weihnachtsbeleuchtung. wo letztere herkommen soll ist noch nicht gewiss, aber issa sagt, er kümmert sich darum. wir kennen die leute hier mittlerweile so gut, daß wir uns entspannt zurücklehnen und denken: ‚wird schon werden‘. bina steht schon nachmittags in der küche und kocht die gerichte, die einen tag stehen können. wir haben ja nur einen zwei-flammen-gasherd. und am 24. 12. geht es morgens zusammen mit der amerikanisch-dänischen langzeitaktivistin richtig los. schnippeln und kochen wird begleitet durch gemeinsames singen von simon&garfunkel-evergreens.
währenddessenwird issas zimmer renoviert. schon seit tagen sind abu natschi und all die anderen unermüdlich von morgens bis abends dabei, das zimmer zu isolieren, neue elektrik zu installierenundzu streichen. unfassbar, welche energie sie haben.
die arbeit wird nur durch kurze kaffeepausen unterbrochen und heute durch einen ganz besonderen lunch: wir bauen unseren tisch draußen vor dem haus unter den olivenbäumen auf und decken dort die tafel. in der sonne mit dem blick auf die stadt ohne gitterzaun. natürlich schweifen die blicke immer wieder kontrollierend in die gegend und in richtung siedlung und soldaten. aber niemand läßt sich blicken und die jungs sitzen an der kante und filmen sich und den ausblick. durch den regen in der letzten zeit ist alles grün, sogar die eine oder andere wilde iris blüht.
wir können es sogar wagen inmitten der natodrahtabzäunungen einen alten olivenbaum zu fällen und als feuerholz ins haus zu holen, der von den siedlern abgebrannt wurde und nicht mehr ausgeschlagen ist.
es ist schon fast lustig: durch die checkpoints darf man aus sicherheitsgründen nicht das kleinste butterbrotmesser mitnehmen. unddurch die hintertür werden ganze kettensägen in die nachbarschaft geschmuggelt.
und dann ist plötzlich weihnachten. jemand hat ein halbes dutzend lichterketten aus der stadt mitgebracht, die issa zusammen mit den sternen, die eigentlich zu ramadan aufgehängt werden, montiert und die jetzt in der dunkelheit fröhlich vor sich hin blinken. über eine große box ertönt weihnachtspop, die großen tische werden aufgebaut und die ersten olivenbaumstücke brennen in der feuertonne. alle, die wir eingeladen haben, sind gekommen. wie es sich gehört, biegt sich der tisch vor lauter schüsseln und tellern und was in stunden vorbereitet wurde, ist innerhalb kürzester zeit aufgegessen.natürlich gibt es viel zu viel und wir werden die nächsten drei tage noch davon zehren. wie zuhause. frohe weihnachten euch allen. und ein schönes neues jahr!!!!
Anschließend sitzen wir lange gemeinsam am Lagerfeuer:
kinozeit
der erste weihnachtstag ist verplant mit großputz, terrasse, toiletten, küche, kinosaal, alles wird auf hochglanz gebracht. abends soll zum ersten mal ein richtiger film im ahmad-filmhouse gezeigt werden. ‚coexistensce, my ass‘vonamber faresmit und über noam shuster eliassi, einer israelisch-iranischen commedienne, und ihrem werdegang als komikerin und menschenrechts-aktivistin. inclusive einer anschließenden liveschalte zu noam mit der möglichkeit fragen zu stellen. mehrheitlich internationale gästekommen. etliche kennen wir. aber vor allem kommen unsere freunde und aktivisten von ’stay together‘ aus tel aviv, bei denen wir yom kippur feierten und unsere ersten tage verbrachten. ihnen unsere direkte umgebung zeigen zu können freut uns besonders. es wird während des films sogar popcorn gereicht und anschließend wartet leckeres essen und frisches knefe, das amir so lecker über dem feuer zuzubereiten weiß.
Nachdem der Deutsche Vizekonsul auf Solidaritätsbesuch hier war, hatten wir fast zwei Wochen komplette Ruhe vor Sieder- und Soldatenangriffen. Die Deutsche und Französische Botschaft hatten auf allen diplomatischen Kanälen mächtig Druck gemacht und der hat gewirkt.
Fast zwei Wochen lang flog kein einziger Stein auf das Haus. Vorher gab es keine zwei Tage ohne Steinwürfe in Folge. Erst diesen Samstagabend, dem vorletzten Abend von Chanukka flog wieder einmal ein Stein. Am Nachmittag zuvor war ich von mehreren bewaffneten Siedlern bespuckt worden, als ich ihnen auf dem Weg begegnete. – Aber immerhin nur bespuckt, nicht angegriffen. In solchen Fällen darf man nicht reagieren, sie suchen nur einen Anlass um zu eskalieren. Die Siedler und Soldaten sind offensichtlich wirklich sauer darüber, dass sie auf Ansage von oben nicht machen können, wie sie wollen. – Ein Soldat hat mir mit dem Zielerfassungs-Laser seines MGs ins Gesicht gestrahlt und mit Namen gegrüßt. Ein anderer hat bina photografiert und bekommt jetzt vielleicht Extra-Punkte im Blue-Wolf-System. Wir hören, dass Soldatentrupps über Deutsche reden, wenn sie am Haus vorbeigehen. Inzwischen sind wir also Teil des Briefings für die Soldaten hier.
Ansonsten war die letzte Woche hier das, was man hier wohl als gemütlichen Alltag bezeichnen kann. Wir passen aufs Haus auf, empfangen Besuchsgruppen und Journalist*innen.
Slowenische Journalistin mit Hebron im Hintergrund.
Weil an den Checkpoints aus Sicherheitsgründen fast nichts durchgelassen wird, wird von den Palästinensern fast alles rein geschmuggelt. Jedes Küchenmesser, jede Gasflasche zum Kochen, jedes Möbelstück. Die Totalüberwachung des israelischen Militärs sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vorne an den Checkpoints Sicherheitstheater (die Frauen haben besondere BHs, weil sie sonst wegen der Metallverschlüsse am Checkpoint zum kompletten Ausziehen gezwungen werden), hinten keine Schleichwege, sondern regelrechte Schleichautobahnen.
Rein geschmuggelte Schlafzimmereinrichtung: komplett mit Ehebett, Schrankwand, Nachttischen, Frisiertisch, Kommode, Bank, Bettzeug, großem Spiegel und … (hat nicht alles aufs Bild gepasst).Drei Italienerinnen, die am Checkpoint nicht durchkamen, machen mit uns einen Umweg im Sammeltaxi und kommen trotzdem rein.
Die Situation ist sogar so entspannt, dass wir mit der Nachbarin Umm Temer und einer Aktivistin, die Arabisch und Englisch spricht, auf den Second-Hand-Markt im Stadteil Karantina gehen. Gleich hinter unserer abgeriegelten Geisterstadt und doch eine andere Welt. Nur am Ende des Marktes, kommt dann leider die Straßensperre der israelischen Armee und erinnert uns an die Realität der Besatzung.
auf diesem markt gibt es buchstäblich alles, was es für einen haushalt braucht. berge von kleidung, einfach auf dem boden ausgebreitet. umm temer stellt sich einfach mitten hinein, um nach passendem zu suchen. möbel, werkzeug noch und nöcher. so viele gebrauchte bohrmaschinen, kettensägen, schleifer habe ich noch nie auf einem haufen gesehen. auch neues werkzeug und haushaltswaren sehen wir. das besteck aus unserem haus kommt von hier. umm temer kommt aus dem begrüßen und hallo-sagen kaum heraus. verständlich, daß sie diesem Markt für soziale kontakte nutzt, die sie sonst in der einsamkeit ihres hauses nicht hat. ein junger mann filmt und spricht mit mit der aktivistin für einen live-stream im internet. wir finden für unsere rückreise zwei mehr als große rucksäcke, in die alles hineinpassen wird, was wir haben. und wir kaufen noch ein paar sachen für die küche, denn ich habe im laufe der wochen einen topf kaputt gemacht. auch eine pfanne, die weniger zerkratzt ist als die vorhandene schadet nicht. sowie werkzeug, denn was wir im haus sehen, ist meist kaputt oder stumpf. mit einer astsäge soldaten zu begegnen ist für uns auch weniger gefährlich als für einen palästinenser. und wir haben ein paar sachen, die wir dem haus zu weihnachten schenken können. umm temer ist eine knallharte verhandlerin um den preis und das hilft sehr. später, beim tee in ihrem haus, erzählt sie, das alles aus ihrem wohnzimmer vom secondhand markt kommt.
Hin und wieder hören wir in der Ferne Maschinengewehre oder Granaten. Einmal steigt am Horizont Rauch auf, der keine Müllverbrennung zu sein scheint. Es brennt die ganze Nacht. Ich vermute, ein palästinensisches Haus brennt aus.
Frühstück mit Katze
Auch Mitte Dezember frühstücken wir meist auf der Terrasse und in Katzenbegleitung.
wir verlassen mit dem vizekonsul, seinerfrau und der frau des dänischen diplomaten das haus, weil wir noch auf den markt müssen. dieses mal geht es oben durch die siedlung, weil dort am rand ein taxi auf die diplomaten wartet. ich muss zweierlei gestehen: dort bin ich zum ersten mal seit wir issa und das sumud-zentrum kennen (auch 2017/18 waren wir nicht dort)undwasich im vorbeieilen sehe (die zeit drängt mal wieder) ist tatsächlichhübsch. alles ist blitzsauber, es gibt lauschige ecken zum sitzen mit kunstrasen und verwinkelte wege, die zu den häusern führen. so viel geschmack und dann so ein benehmen seinen palästinensischen mitmenschen gegenüber… fotos konnte ich wegen des eiltempos leider nicht machen.
wir erledigen unseren einkauf und versuchen es zum ersten mal , seitdem wir anfang oktober nicht durchgelassen wurden, wieder am checkpoint 56. eine junge frau wartet gerade im käfig, aber wir werden trotzdem hinein gelassen. diesmal war ich so schlau, meinen prothesenpass von den neuen knie mitzunehmen, den ich auch sofort zeige. der soldat schaut erst irritiert, dann, als der metalldetektor piept, verständig und vergisst darüber fast, mich meinen rucksack auspacken zu lassen, während michel mit seinem beschäftigt ist. leider erinnert er sich dann doch an seine pflicht. aber ich hüte mich, die tüte mit den keffiye rauszuholen. ich will nicht, daß er die konfisziert. der soldat gibt sich dann auch mit brot, minze und milch zufrieden, die ich ihm auf den tisch lege. wir warten 15 minuten auf die überprüfung unserer pässe und werden dann tatsächlich durchgewunken. damit sind wir die ersten internationalen seit ende september, die diesen checkpoint passieren dürfen. und es ist schön, den direkten weg nach hause nehmen zu können.
die junge frau darf leider nicht durch und mußein service nach karantina nehmen.
tour mit eu-parlaments-grünen & nela riehl von volt
Freitag, 12. Dezember 2025
esgeht schon um 8.00 uhr los. wir treffen die gruppe am markt, issa gibt eine runde kaffee aus und die tour startet wie immer am checkpoint 56. der einzige unterschied zu anderen gruppen ist lediglich, daß uns zwei herren von der security begleiten. ausgerechnet zwei iren! was für eine nette überraschung. sie werden pflichtgemäß schnell nervös, als sich michel mit einer teilnehmerin richtung checkpoint entfernt, um ihr das ki-gesteuerte maschienengewehr zu zeigen.
die tour führt wie immer durch den markt, der jetzt am freitag leider geschlossen ist. ich erzähle nicht noch einmal von den einzelnen stationen, an denen issa anhält, um die situation in hebron zu verdeutlichen.
auffallend ist, dass die teilnehmenden zwar eine ungefähre ahnung von den zuständen in der stadt haben, aber doch erschreckt sind, wenn sie die dann mit eigenen augen sehen. die abfanggitter über sich, weil die siedler aus ihren siedlungen über dem markt ihren müll, steine und anderes in die marktgassenwerfen. die zugemauerten wege, die jedes weiterkommen verhindern. die geschlossene gasse, die jetzt verwahrlost ist und mal der goldmarkt war. das ehemalige hotel. einst das erste haus am platze, nun nur mehr eine ruine. im shouk sind einige läden geöffnet und es gibt süßigkeiten und ein bisschen umsatz für die händler.
wir passieren problemlos den checkpoint an der moschee, wo yehuda von breaking the silence wartet, um die gruppe zu übernehmen.
wir begleiten die gruppe zur moschee, die sie noch besuchen will. eine soldatin erklärt die regeln: drinnen nicht essen und nicht trinken, photografieren ist erlaubt. wir erwähnen noch, daß es höflich von den frauen wäre, die haare zu bedecken. und die soldatin sagt tatsächlich, das sei nicht nötig. wir können es nicht fassen und bestehen darauf. zum glück haben alle wenigstens eine kapuze an der jacke, wenn nicht gar ein halstuch und hören auf uns. aber wir haben keine lust mehr und lassen den besuch seinals wir sehen, welche umstände schon am ersten checkpoint gemacht werden. ziemlich schnell ist auch die gruppe wieder zurück. es gab unstimmigkeiten am zweiten checkpoint drinnen und die gruppe beschloß auf den besuch zu verzichten.
issa darf als palestinenser an der kreuzung vorm fleischmarkt nicht weitergehen. das dürfen nur wir und die israelis. er muß einen großen umweg nehmen um wieder nach hause zu kommen.
yehuda fährt mit seinen erläuterungen fort, die ich jetzt ebenfalls nicht wiederhole. am eingang zum ehemaligen fleischmarkt passiert es dann. ich wundere mich, warum yehuda am durchgang stehen bleibt und auch mir deutet, nicht weiter zu gehen, obwohl ich zu gern die beiden gestohlenen esel gesehen hätte.
drei kinder kommen uns entgegen mit einer körperhaltung, die sagt: wir wollen euch hier nicht. fragen uns provokativ, ob wir palästinenser seien. yehuda spricht mit ihnen auf hebräisch und zieht sich mit uns auf die straße zurück. und dann fliegt das erste ei in unsere richtung. wir könnenes nicht glauben. kinder bewerfen erwachsene mit eiern und schaffen es, sie zu vertreiben. auch die delegation glaubt nicht, was sie sieht, aber jetzt kriegen sie am eigenen leib mit, was es heißt, hier zu leben.die jungens verschwinden die straße hinunter richtung moschee und ich sehe, daß sie noch mehr eier dabei haben, für die nächsten palästinenser. eigentlich ist der zeitpunkt dieses vorfalles perfekt. ausgerechnet eine eu-delegation anzugehen, also menschen, die wirklich auf politischer ebene etwas bewegen können, und dann auch noch kinder, die schon genau so radikal sind wie ihre eltern.
Die drei Siedlerkinder, die gleich darauf erst yehuda angehen und dann die eu-delegation mit eiern bewerfen werden.
interessant ist auch, was yehuda zu den veränderungen innerhalb der israelischen armee erzählt: der anteil nationalreligiöser juden in der armee ist seit der zeit, in der er gedient hat deutlich größer geworden. für die verschiedenen religiösen strömungen gibt es mittlerweile eigene einheiten. das bedeutet, daß es in der israelische armee immer mehr radikale juden gibt, die immer stärker gemeinsam mit den siedlern die palästinenser angehen. tagsüber sind sie soldaten und nach schichtende radikale siedler. das verschärft die situation immens.
Viele der im Westjordanland eingesetzten Soldaten, gehören den sogenannten „Regional Defence Battalions“ an. Hier bei uns ist des das Hebron-Battalion. Fast alle männlichen Siedler, die in der Armee gedient haben und in der Region Hebron leben, sind diesem Battalion zugeordnet. Einen Teil der Woche sind sie Zivilisten und drangsalieren ihre Nachbarn, wobei ihnen ihre Armee-Waffen und -Uniformen zur Verfügung stehen. Einen Teil der Woche sind sie Soldaten und schieben bei ihrer eigenen Siedlung Wache. Als Soldaten nehmen sie an die Sicherheits- und Aufklärungs-Briefings teil und führen Razzien in den Häusern durch, die sie ein paar Tage später als Siedler angreifen. – Während ihre Kameraden von der selben Einheit, die selber Siedler sind, wegschauen oder mitmachen.
nebenbei mache ich einen kleinen abstecher die straße hinunter zu dem haus, daß 2017/18 noch ‚zweigeteilt‘ war. im 2. stock wohnten palästinenser, der erste stock war durch siedler besetzt und im erdgschoß war ein armee-wachposten, der die siedler bewachte.
mittlerweile ist die palästinensische wohnung geräumt und im haus leben nur noch siedler.
ich diskutiere mit einer deutschen delegationsteilnehmerin länger über die öffentliche meinung zum thema genozid und ethnische säuberung. sie hat den eindruck, daß die bevölkerung nach wie vor die staatsräson unterstützt und dass das apartheitssystem nicht genug wahrgenommen wird. sie erlebe oft, wie aufwendig die gespräche sind, sobald das thema auf den tisch kommt. ich halte dagegen. da hätte sie die diskussionen erleben sollen, die wir nach unserer letzten reise 2017/18 führten. was haben wir uns anstrengen müssen, um unsere sicht zu erklären. mittlerweile ist das nur noch selten eine frage. das sieht man ja auch an der größe der demonstrationen, die, wie bei ‚all eyes on gaza‘ in berlin, 100.000 menschen auf die straße bringen. anfangs waren die teilnehmerzahlen auf demos gegen den genozid lediglich zwei- bis dreistellig. nur die bundesregierung hat das noch nicht verinnerlicht, macht weiter wie immer und hält an der unbedingten unterstützung der israelischen regierung fest. dabei muß sie dringend aufhören, israel waffen und waffenteile zu liefern, muß dringend sanktionen verhängen und, wie issa es ausdrückt, die apartheit teuer machen. das versuche ich ihr so eindrücklich wie möglich nahe zu bringen.
ich zeige ihr auch die kleinigkeiten, die yehuda nicht erwähnt: die verschweißten ladentüren in der shuhada street. das die jetzt so nicht mehr heißt, weil die arabischen straßennamen nach und nach gegen israelische ausgetauscht werden. und das nicht nur in hebron. erzähle ihr von den kindergärten, die yas ins H2–gebiet geschmuggelt hat, was überhaupt alles auf schleichwegen nach H2 geschmuggelt werden muß, um das leben hier möglich zu machen. zum sumud-zentrum führt diese tour heute nicht. schade eigentlich, issa erzählt immer so eindrücklich vom leben hier. die zeit reicht nicht und es gibt auch sicherheitsbedenken. am checkpoint 56 gibt es dennoch wieder einen eindruck davon, wie das leben hier ist. denn die delegation muß warten, bis sich der soldat mit den sicherheitsleuten der delegation einig geworden ist.
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eine mittelmeertarantel in unserer küche. die jungs wollen sie unbedingt umbringen, wir aber setzen zwischen einem olivenbaum und einer alten mauer in der nähe der siedler aus. und das mit allen verfügbaren sicherheitsmaßnahmen, denn diese spinne ist giftig.(soweit wir wissen, tut ihr biss höllisch weh, bringt einen aber nicht um. – die arachnologin unseres vertrauens ist angefragt)
Regelmäßig haben wir internationale Delegationen hier bei uns im Sumud-Zentrum zu Besuch. Meist sind wir der letzter Stopp auf ihrer Tour durch Hebrons Geisterstadt mit Breaking the Silence. Am Sonntag gab es einen (aus unserer Sicht) besonders wichtigen Besuch. Dass das deutsche Konsulat in Ramallah und die Deutsche Botschaft in Tel Aviv in unserer Sache hervorragende Arbeit leisten, haben wir ja schon mehrfach erwähnt. Jetzt kommt sogar der Vizekonsul zu Solidaritätsbesuch. (Er würde seinen Besuch sicher anders beschreiben – diplomatischer.)
Wir treffen ihn mit einem Tourguide von Breaking the Silence an der Machpela.
Von links nach rechts: der Deutsche Vizekonsul, der Tourguide von Breaking the Silence und die Frau des Vizekonsuls. Die Frau eines dänischen Diplomaten ist vom Vizekonzul ganz verdeckt und bina von seiner Frau halb.
Aufgrund des diplomatischen Schutzes können wir das erste Mal, seit wir hier sind, gemütlich durch die Geisterstadt schlendern, beobachten und Photos machen. Das folgende Bild wollte ich auch vorher schon machen, aber es wurde durch die Soldaten unterbunden.
Dies ist der Weg zum Eingang der Ibrahims-Moschee (hinten im Bild), der Eingang zur Machpela-Synagoge liegt auf der anderen Seite des Gebäudes. Für Juden ist dies eine Sackgasse, in der es nichts gibt. Dennoch dürfen nur Juden die Straße benutzen (zum Parken). Muslime sind auf den schmalen Fußweg links hinter dem Gitter verbannt.
Hier haben wir 2018 noch die letzten offenen Läden in der Geisterstadt vorgefunden. Unter anderem den Laden von Ahbed. Seit dem 7ten Oktober 2023 sind die Läden durch das Militär geschlossen. Sicherheit! Nicht einmal ihre Waren dürfen die Händler herausholen, um sie woanders zu verkaufen.
Dieses Haus wurde 2016 von illegalen Siedlern besetzt. Die Armee hat sie wieder rausgeschmissen, wie es ihre Aufgabe ist. Als sie 2018 wiederkamen, hat die Armee sie drin gelassen. Die Siedler behaupten, sie hätten das Haus gekauft ohne Belege dafür vorzulegen. Die palästinensische Familie, der das Haus gehört, sagt, sie habe das Haus nie verkauft, und klagt seit 2018 vor Gericht. In der Zwischenzeit wohnen die Siedler darin. Sie haben das Haus um den Anbau mit der glatten Fassade erweitert. Und die Armee passt gut auf sie auf mit einem Wachposten, der jeden kontrolliert, der das noch von Palästinensern bewohnte Nachbarhaus links von ihnen betreten will.
Dass Siedler ein Haus besetzen und behaupten sie hätten es gekauft, obwohl das nicht stimmt, um dann zuzusehen, wie die Palästinenser denen das Haus gehört, sich in der Tretmühle der israelischen Gerichte müde und pleite treten, hat System. Die palästinensische Familie, der das Haus direkt hinter dem Sumud-Zentrum (hinter dem Haus, in dem wir wohnen) gehört, klagt seit 2002 also seit 23 Jahren, um ihr Haus zurück zu bekommen. Sie haben bisher alle Prozesse gewonnen. Insgesamt 7 oder 8 Prozesse (Issa ist sich da nicht ganz sicher.). Aber jedes Mal, wenn sie sich durch alle Instanzen geklagt und höchstrichterlich Recht bekommen haben, taucht ein neuer Siedler auf und sagt, er habe das Haus jetzt gekauft. Und alles geht wieder von vorne los. – Während der ganzen Zeit, also seit 23 Jahren, leben die illegalen Siedler als Hausbesetzer in dem Haus, von Soldaten bewacht, und terrorisieren ihre palästinensischen Nachbarn. Unter anderem Issa!
Dies ist der Markt der Schmiede. Im Jahr 2002 (während der 2ten Intifada) liefen hier Siedler nach der Beerdigung eines von Palästinensern ermordeten Siedlers Amok. Sie zerstörten Geschäfte und ermordeten ein 14-jähriges palästinensisches Mädchen. – Die Folge? Der Rädelsführer der Siedler kam für 3 Monate in Haft und der Markt wurde „sterilisiert“. Das heißt für Palästinenser komplett geschlossen.
Das Haus über dem Tordurchgang (ganz hinten im Bild) ist Issas Geburtshaus. Die Familie besitzt es heute noch, darf es aber seit 2002 nicht mehr betreten. Hinter der Tür rechts wurden Bananen verkauft. Wenn Klein-Issa verschwunden war, hat sein Mutter ihn meist hier wiedergefunden. Issa liebt Bananen – auch heute noch. Er ist ein regelrechtes Bananenmonster!
Dies ist der Gewürzmarkt. Er wurde 1994 geschlossen, nachdem der radikale Siedler Baruch Goldstein während des Ramadan mit seinem Armee-Maschinengewehr die Ibrahims-Moschee betreten, 29 betende Muslime erschossen und mindestens 150 weitere verletzt hat.
Unser Tourguide hält ein Bild hoch, dass wenige Wochen davor an genau dieser Stelle aufgenommen wurde, um uns zu zeigen, wie lebendig diese Straße eigentlich sein müßte.
Um das ganz deutlich zu sagen: Ein illegaler Siedler begeht ein Massaker an Palästinensern und die Palästinenser werden bestraft. Es ist egal, von welcher Seite hier Gewalt ausgeht, am Ende gewinnen die israelischen Siedler Land und die Palästinenser verlieren es.
Die Shuhada Street mit Blick Richtung Tel Rumeida. Oben auf dem Hügel sieht man direkt vor der Siedlung das Sumud-Zentrum (unser Zuhause hier). Es ist das Haus mit dem Blechdach und dem massiven Zaun um die Terrasse zwischen den Oliven.
Eingang zum Fleischmarkt und dahinter die Siedlung „Avraham Avinu“. Der Fleischmarkt wurde geschlossen, weil er zu dicht an der Siedlung lag. Aus Sicherheitsgründen! Anschließend brachen jugendliche Siedler in einige der Läden ein und hatten dort ihre Buden. Dann feierten die Siedler hier Pessach und blieben. Heute ist der ehemalige Fleischmarkt faktisch ein Teil der Siedlung. Das hatte natürlich zu Folge, dass einige weitere palästinensische Häuser, Hinterhöfe, Gassen geräumt und sterilisiert werden mussten. Sicherheit! – Und so wird es weiter gehen…
Auf dem ehemaligen Fleischmarkt finden wir die beiden palästinensischen Esel, von denen wir schon gehört haben. Da die Palästinenser in der Geisterstadt keine Autos fahren dürfen, boten sich Esel zum Lastentransport an. Diese wurden natürlich von den Siedlern geklaut. Sie sind eindeutig identifizierbar. Rechtmäßiger palästinesischer Besitzer und israelischer Dieb sind bekannt. – Aber da die Polizei sich weigert, zu ermitteln, und es hier keinen Rechtsstaat gibt (wie mir ein hochrangiger deutscher Diplomat sagte) behalten die Siedler die Esel einfach. Der Stall ist ein, auch nach israelischem Recht, illegal besetzter Fleischerladen. (Irgendwie konsequent! – Das muss ich zugeben.)
Ich habe es zwar schon mehrfach in diesem Blog geschrieben. Aber es regt mich jedes Mal zur Weißglut auf: Dieser Krankenwagen steht hier immer. Aber er nimmt nur Juden mit. Kranke Palästinenser müssen von ihrer Familie zum Checkpoint getragen werden und dort warten, bis die diensthabenden Soldaten sie durchlassen. (Wie wir es z.B. am 17. Dezember 2017 erlebt und dokumentiert haben.)
Dies ist die Siedlung Beit Romano. Ursprünglich war es der zentrale Busbahnhof der Stadt. 1982 wurde die Fläche dann für die Errichtung einer Militärbasis beschlagnahmt. 1990 zogen 6 Siedlerfamilien mit in die Militärbasis ein. Die Siedler beanspruchten innerhalb der Militärbasis immer mehr Platz. Seit 2010 ist daher der gesamte ehemalige Busbahnhof Siedlung. Die Armee hat jetzt eine neue Basis. Auf dem Bild rechts daneben. (Das rote Nashorn ist das Maskottchen der derzeit hier stationierten Einheit.)
Auf dem Weg den Hügel hoch, kommen wir an „Abrahams Brunnen“ vorbei. Eigentlich ein privater palästinensischer Brunnen, auf privatem palästinensischem Land. Weil die Siedler aber die Legende erzählen, dass Abraham sich hier rituell gewaschen habe, bevor er die Doppelhöhle Machpela vom Hetiterkönig Efron als Begräbnisstätte für seine Familie gekauft hat, ist der Brunnen jetzt natürlich für Palästinenser unzugänglich. – Für die Legende gibt es übrigens im alten Testament/Torah keinen Anhaltspunkt. Aber egal…
Am Ende der Tour sitzen wir gemeinsam auf der Terrasse des Sumud-Zentrums. Es ist ein sehr sehr produktives Gespräch. Unter anderem hat es eine weitere Protestnote der Deutschen Botschaft in unserer Sache, eine gemeinsame Protestnote der Deutschen und Französischen Konsulate wegen der Angriffe auf Issa und eine offizielle Nachfrage des Vizekonsuls wegen unserer widerrufenen Einreiseerlaubnisse nach Israel (ETA-ILs) zur Folge.
Bericht einer Freundin aus dem Jordantal:
Unsere Freundin Sonja ist eine US-amerikanische Jüdin, die wir bei der versuchten „Mass Solidarity Oliver Harvest“ kennen gelernt haben, und die uns auch hier in Hebron besucht hat.
Sie wurde bei einem Angriff radikaler Siedler auf ein Beduinendorf im Jordantal verletzt und hat darüber diesen sehr guten Bericht ins Netz gestellt, den wir hiermit mit euch teilen wollen:
1.30 Uhr: 50 cm2:00 Uhr: knapp ein Meter.3:00 Uhr: über ein Meter
Als es während einer Nachtschicht so sehr regnet, dass wir im Bett sitzen bleiben und uns mit dem Beobachten der Überwachungskameras zufrieden geben, nutzt Kater Adam das natürlich aus. Er liegt auf binas Beinen und wird immer länger.
In den letzten zwei Tagen haben sich die Anzeichen für eine bevorstehende Attacke dermaßen verdichtet, dass wir für die Nacht von Samstag auf Sonntag fest mit einem Angriff auf unser Haus rechnen.
Aus diesem Grund ist ein gutes halbes Dutzend Aktivisten von YAS zusätzlich ins Sumud-Zentrum gekommen und macht auf der Terrasse ein Lagerfeuer. Um die Stimmung hoch zu halten, und damit es von außen nach „im Haus ist viel los“ aussieht und riecht.
Wer braucht schon einen Weber-Grill, wenn er eine abgesägte Tonne und ein Schrottgitter hat?
Um kurz nach 21:00 Uhr hören wir aus dem Tal einen infernalischen Lärm. Ein Dutzend oder mehr MG-Magazine werden auf einen Schlag leergeschossen. Alles rennt zur Terrassenkante. Nach wenigen Minuten gibt es in der palästinensischen Nachbarschaftsgruppe auf Whatsapp die ersten Informationen und ich schreibe in die Signal-Gruppe unseres Notfallnetzwerkes in Deutschland diese leicht seltsame Nachricht:
„Die Armee hat im kurz nach Neun unten vorm Checkpoint 56 ein Auto mit Kugeln durchsiebt. Nach derzeitigen Informationen zwei Palästinenser tot. Klang von hier oben wie ein XXL- Feuerwerk. Jetzt ist hier Drohnenballett. Issa sagt, heute Nacht bleibt es ziemlich sicher ruhig. Wenn sie jemanden umgebracht haben, sind sie mit Feiern beschäftigt. Die Jungs rösten jetzt als zweiten Gang Maronen.“
Die Erleichterung der YAS-Aktivisten ist mit Händen zu greifen. Sie wissen aus Erfahrung, dass die Nacht für uns ruhig bleiben wird. Und sie behalten Recht. Der Rest des Abends ist eine entspannte Grillparty. Die Nacht bleibt tatsächlich ruhig.
Das ist makaber, aber hier Realität. Die Besatzungsarmee und die illegalen Siedler sind wie der böse Drache im Märchen, wenn er sein Jungfrauenopfer (palästinensisches Leben) bekommen hat,.Er ist vorerst besänftigt und das Dorf (Hebron) kann sicher schlafen (zumindest für eine Nacht).
Die Presseerklärung der Israelische Armee lässt keine Stunde auf sich warten: Zwei palästinensische Terroristen haben versucht mit einem Auto eine Rammattacke auf israelische Soldaten durchzuführen und wurden von diesen in Selbstverteidigung erschossen.
So wird es auch in allen israelischen Nachrichten berichtet. Dass die Armee dann Stück für Stück zurückrudern muss, findet keinen Niederschlag mehr in der Berichterstattung.
Noch in der Nacht muss die Armee zugeben, dass einer der beiden getöteten Palästinenser ein städtischer Straßenkehrer bei der Arbeit war, der das Pech hatte, die falsche Kreuzung zum falschen Zeitpunkg zu kehren. Kollateralschaden! Sein Name war Ziad Na’im Abdul-Jabbar Abu Doud. Er war 55 Jahre alt.
Die beiden Opfer. Links Ahmad, der Service-Fahrer. Rechts Ziad, der Straßenkehrer.
Das zweite Opfer heißt Ahmad Khalil Rajabi, wurde nur 20 Jahre alt und verdiente seinen Lebensunterhalt als Service-Fahrer. (Ein Service ist eine unreguliertes palästinensisches Sammeltaxi.)
Als immer mehr Videos des Vorfalls im Internet auftauchen, muss die Armee am kommenden Tag auch in Bezug auf den zweiten getöteten Palästinenser zurückrudern. Statt einer versuchten Rammattacke ist jetzt von einem Irrtum der Soldaten die Rede.
Das Auto ist offensichtlich nicht im Begriff, irgendetwas zu rammen. Es befinden sich auch keine Soldaten davor und in Lebensgefahr. Wir kennen die Straßenecke, an der das passiert ist, gut. Immerhin ist Checkpoint 56 der Ort, durch den wir die Geisterstadt verlassen, wenn wir in den lebendigen Teil der Stadt gehen. Hier halten auch die Services, mit denen wir auf dem Rückweg in den Stadteil Karantina fahren.
Die Soldaten befinden sich, bevor sie das Feuer auf das Auto eröffnen, hinter diesen Betonblöcken. Da rammt kein Auto durch!
Blick vom Standort der schießenden Soldaten über die Betonklötze hinweg.
Wir nehmen der Armee nicht ab, dass es ein Irrtum der Soldaten war. Es ist einfach zu offensichtlich, dass das Auto zu langsam und zu weit weg war und dass die Soldaten absolut sicher waren. Erst nachdem sie das Feuer eröffnet hatten, stürmten sie auf die Straße.
Unserer Meinung nach haben hier Siedlersoldaten ihre Ideologie in die Tat umgesetzt. Wir teilen die Einschätzung der Menschenrechtsorganisationen, die den Vorfall eine „field execution“, also „offene Hinrichtung“, bezeichnen.
Konsequenzen? Keine! Ein Freund schrieb uns: „Ich befürchte, dass die Soldaten jetzt 2 Wochen verschärftes Fernsehverbot erwartet!“ Man stelle sich einmal vor, Palästinensische Sicherheitskräfte hätten „irrtümlich“ einen israelischen Straßenkehrer und einen israelischen Taxifahrer aus sicherer Deckung heraus erschossen. – Das wäre in Deutschland in der Tagesschau. Und die Konsequenzen wären höllisch!
Danke Syltpunks!
Wir danken der Aktion Sylt für ihre Soldiarität mit dem gewaltfreien Widerstand gegen die Besatzung und mit uns!
Die Aktion Sylt organisiert jeden Sommer das Punker*innen-Camp auf Sylt. Und Anfang August 2026 werden sie die letzte Station unserer großen Reise, unseres Sabbathjahres, sein.
Am Donnerstag, dem 4ten Dezember, hat sich ein Soldat den falschen Moment ausgesucht um Issa zu schikanieren. Er wollte das bei den hiesigen Soldaten beliebte Spiel spielen: „Halte den Palästinenser für ein paar Stunden im Käfig des Checkpoints fest. Mit der Behauptung er sei nicht im System und du würdest ihn nicht kennen.“
Dumm für ihn, dass Issa in Begleitung des Knessetabgeordneten Ofer Cassif unterwegs war, den er törichter Weise gleich mit schikanierte:
Wobei der Soldat Issa natürlich kannte. Erst am Vortag hatte er ihn mit Namen angesprochen, als Issa mir zu Hilfe kam, weil eben dieser Soldat mir mein Smartphone abnehmen wollte. Was er nicht darf! Ich hatte eine Gruppe photographiert, die mit Izzat von YAS unterwegs war. Was ich darf! Ich habe das Bild dann trotzdem gelöscht. Nicht wegen des Soldaten! Sondern weil einige Israelis, die ich mit photographiert hatte, Angst hatten, dass sie Zuhause heftigen Ärger kriegen, wenn bekannt wird, dass sie mit Palästinensern reden. Das kann in Israel nicht nur zu „normalem“ Mobbing, sondern auch zum Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung führen.
Der Soldat ist übrigens dafür bekannt, dass er gerne Palästinenser schikaniert. (Gestern, am Freitag, hat er direkt unter unserer Terrasse zwei Jungen, die das Pech hatten ihm zu begegnen, als er den Berg hoch kam, einfach den Weg nach Hause versperrt. Sie mußten einen Umweg nehmen und wir hoffen, sie sind gut bei ihrer Mutter angekommen.) Er hatte sich vermummt, weil er er auf gar keinen Fall „im Internet viral gehen will.“ [Zitat]
Tja: Dann soll er sich halt nicht vor laufender Kamera mit einem Knesset-Abgeordneten anlegen. Er musste sich auch relativ schnell geschlagen geben und Issa durchlassen. Anschließend haben wir gemeinsam auf unserer Terasse das Brot gebrochen (in dieser Weltgegend wortwörtlich), während eine Drohne so dicht über uns schwebte, dass ihr Gesumme wirklich nervig war.
Abschließend bat uns uns Ofer noch, mit ihm gemeinsam eine Nachricht an den Deutschen Botschafter in Tel-Aviv aufzunehmen. Dem sind wir gerne nachgekommen. (Diese Aufnahme ist nur der Beischuß mit unserem Handy. Die ordentliche Aufnahme hat Ofers Assistentin gemacht:)
Leider habe ich vergessen, dem Botschafter ausdrücklich für die gute konsularische Betreuung zu danken. Die machen eine prima Arbeit für uns. Inzwischen hat die Botschaft in unserer Sache zwei offizielle Protestnoten und vier erneute Nachfragen an das israelische Außenministerium geschickt. Welches aber nur mit automatischen Eingangsbestätigungen „reagiert“ hat. Eigentlich ist das ein diplomatisches No-Go. Aber Israel scheint sich der deutschen Unterstützung halt sehr sicher zu sein. Stichwort: „Staatsräson“
Outopost, Siedler & Brand:
Outpost: Gestern, am Freitag dem 5ten Dezember, wurden am neuen Outpost, der Siedlungserweiterung Flutlichter angebracht. Als nächstes rechnen wir damit, dass ein Zelt auftaucht. Das wäre das klassische Vorgehen.
Gewalttätige Siedler: Seit gestern treiben sich hier auffällig viele als gewalttätig bekannte Siedler herum. Insbesondere Angehörige der Hilltop Youth.
Die hier gehören der Hilltop Youth an und haben uns gegenüber ganz klar angekündigt, unser Haus anzuzünden und uns umzubringen.Dieser Herr war am nächtlichen Überfall auf uns und unser Haus am 8ten Oktober beteiligt. Seine Frau ist ebenfalls für ihren Mangel an Friedfertigkeit berüchtigt (vorsichtig ausgedrückt).
Die drei Gestalten, die hier nachts um unser Haus schleichen, gehören ebenfalls zur Hilltop Youth:
Brand-(Anschlag?): Pünktlich zum Ende es Shabbes, zu dem Zeitpunkt, wo es den jüdischen Siedlern wieder erlaubt ist, Feuer zu machen, brennt ein palästinensischen Haus in der Altstadt. Unserer Ortseinschätzung nach direkt am Rand des für die Palästinenser gesperrten Bereichs.
Und der britische „The Independent“ hat ein gutes Video aus unserem Material zusammengeschnitten:
Beobachtungsschniepsel:
„Kleine“ Beobachtungen und Ereignisse aus den letzten Tagen:
Der wachhabende Soldat auf der Siedlerterrasse hinter leuchtet abends aus Langeweile mit dem Ziel-Laser seines M16-MGs in die Fenster der benachbarten palästinensischen Häuser. Als Issa ihn zur Rede stellt, gibt er vor nicht zu verstehen, warum er damit bei den Nachbarn Panik auslöst. (Man stelle sich vor, wie er reagieren würde, wenn ein Palästinenser mit dem Ziel-Laser eines MGs in das Kinderzimmer SEINER Tochter leuchten würde.)
Eines Abends ist plötzlich in der gesamten Stadt Ausgangssprerre. Niemand darf vor die Tür. Drei palästinensische Aktivisten sind für die Nacht bei uns gestrandet.
Der Grund: Am Checkpoint des Hauptzugangs der Stadt hat ein palästinensisches Auto einen israelischen Soldaten leicht verletzt. Die Armee behandelt jeden Unfall mit palästinensischer Beteiligung prinzipiell als Terroranschlag. Es wird eine Ausgangssperre über die ganze Stadt verhängt und alle Krankenhäuser der Stadt werden gestürmt und durchsucht. Der 17-jährige Fahrer wird später in der Nacht erschossen. Er ist unbewaffnet, war in die Berge gefahren und hat sich in seinem Auto versteckt. Da der Soldat nur leicht verletzt ist und die Armee keine Videoaufnahmen veröffentlicht, vermute ich, dass es einfach ein Unfall war. Vielleicht ist der Palästinenser dem Soldaten über den Fuß gefahren. Auf jeden Fall haben die anderen Soldaten sofort das Feuer eröffnet.
Die Armee beschlagnahmt die Leiche. Sie beschlagnahmt prinzipiell alle Leichen von Palästinensern, die bei Auseinandersetzungen mit ihnen getötet werden, um zu verhindern, dass ihre Familien sie begraben können. Außerdem hat sie das Zelt gestürmt in dem die Familie, Freunde und Nachbarn nach der Tradition Trauer gesessen haben, hat das Zelt abgerissen und jede öffentlich sichtbare Trauer verboten. Auch das ist Standardvorgehen.
Auf der Terrasse hinter hält ein bärtiger alter Siedler eine Tirade auf Englisch. So laut, dass wir sie von der Hausecke aus verstehen können. Leider kann ich ihn wegen des Soldaten neben ihm nicht filmen. Es geht um Gaza:
„… rain hell on them! … don’t care they gave the hostages back, rain hell on them … Put all the kids in tunnels an let them starve to dead. … Yes: Genocide! Genocide! Amalek! Amalek! … (mit Geste auf unser Haus, die Nachbarn und die Stadt:) Kill! Kill! Kill all of them! …“
Die Palästinenser als „Amalek“ zu bezeichnen bedeutet, sie mit dem alttestamentarischen Volk der Amalekiter gleichzusetzen und den Völkermord an ihnen zu fordern, so konsequent und komplett wie möglich. Jeder Israeli kennt die entsprechende Stelle im alten Testament.
Samuel 15.3-11: „So zieh nun hin und schlag Amalek. Und vollstreckt den Bann an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel. […] 9 Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und das Mastvieh und die Lämmer und alles, was von Wert war, und sie wollten den Bann daran nicht vollstrecken; was aber nichts taugte und gering war, daran vollstreckten sie den Bann. 10 Da geschah des HERRN Wort zu Samuel: 11 Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und meine Befehle nicht erfüllt.
Der Mann der auf dem folgenden Bild ist ein Nachbar und wurde letztes Jahr grundlos vor seinem Haus von einem Trupp Soldaten festgenommen. Seitdem braucht er eine Krücke.
heute ist ein rein- und rausgerenne am sumud-zentrum und erfreulicherweise sind weder siedler noch soldaten in sicht. michel macht dabei einen heimlichen ausflug zum siedlungseingang oberhalb von uns. zu unserem erstaunen steht dort nicht nureine picknick-garnitur sondern noch zwei weitere, die wir noch gar nicht gesehen haben. damit haben die siedler einen weiteren baustein für die erweiterung ihrer siedlung auf dem besitz der familie natschi installiert. das ist, gelinde gesagt, besorgniserregend.
blick hinunter in die stadt vom neuen siedlungsausgang aus.
und nun zum angenehmen:
ansonsten ist heute DER große tag.: das kino wird endlich mit einem großen fest eröffnet. jahrelang haben issa und YAS daran gearbeitet. den anbau heimlich gebaut und jede usb-platte, jeden nagel und jede schraube ins haus geschmuggelt. uns war nicht klar, wie sie die fertigstellung bis heute abend schaffen wollen. mohammad hat gestern noch gestrichen und gewerkelt. wir haben die oliven geerntet und issa war ständig unterwegs, um dinge zu organisieren. stühle, in denen man gemütlicher sitzen kann, eine soundanlage. nebenbei waren wir auch damit beschäftigt, uns gegen die siedler zu behaupten.
aber heute geht wie durch ein wunder alles relativ zügig.michel und ich sammeln die letzten oliven auf, denn jede noch so trockene oder zertretene frucht, die auf dem boden liegt, bringt ein paar tropfen öl. wir putzen die toiletten und fegen die terrasse. im saal wird gebohrt und gehämmert. als wir dann mal die nase hineinstecken, sind auf einmal die fenster fertig eingebaut, der fußboden blitzt und der riesige bildschirm hängt an der wand und eine soundanlage wird auch schon ausprobiert. es gibt nur nochkeine wirklich bequemen stühle. aber es stehen genug andere auf der terrasse, die sonst für die besuchergruppen gebraucht werden.
das film-team aus tel aviv, welches einen film über issa dreht und massgeblich bei der beschaffung des bildschirms geholfen hat, kommt schon am morgen und dreht die ersten szenen. wir schrubben noch schnell die terrasse und dann tauchen auch schon die ersten gäste auf. nachbarn, freunde, internationale aktivisten. es gibt tee. gegessen wird später.
relativ pünktlich fängt die eröffnung an. richtig zünftig, mit rotem zerschneide-band:
issa mit umm temer und der enkelin einer aktivistin
der bildschirm wird entblättert und issa hält eine schöne rede auf arabisch und englisch.
die wichtigsten anwesenden YAS-aktivisten holt er nach vorne. mohammad, abu natschi, izzat. auch uns stellt er vor und man hört ihm an, wie froh er über unsere anwesenheit seit jetzt zwei monaten ist.
es werden zwei kurzfilme gezeigt. einen von seinem bruder achmad, der 2022 an krebs starb, selbst filmemacher und YAS-mitbegründer war und nach dem das kino benannt ist. und einen vom regisseur, der auch den jetztigen film über issa dreht.beide handeln vom leben und den zuständen in der geisterstadt und in H2.
anschließend gibt es, wir sind schließlich in palästina, ein großes festessen:
mit gesprächen:
undkünefe zum nachtisch, das issa zwischendrin noch geholt hat, damit es ganz frisch und noch heiß ist:
es ist bemerkenswert, daß es draußen und in der siedlung still ist, als wären friedenszeiten. ein einsamer soldat steht am wachposten und bekommt von issa künefe angeboten. von den siedlern hört und sieht man nichts. nur am frühen abend sehe ich einige nach hause kommen. es wird eine klare ansage von oben gegeben haben, heute die füße still zu halten. wohl auch wegen des anwesenden film-teams und nicht zuletzt den zahlreichen internationalen aktivisten. nur von unten aus der stadt hört man party-getümmel. das sind die soldaten, die fast jeden abend ein fest feiern.
auffällig finde ich auch, daß sich alle palästinenser irgendwie am geschehen beteiligen und mithelfen. die jungs stehen in der küche und kochen, ein weiblicher gast stellt sich in die küche und wäscht schon mal die erste fuhre teller ab, ein junges mädchen geht mit einem kaffee-tablett herum, die jungs schneiden das künefe auf und verteilen es, ein anderer gast kocht noch schnell eine kanne neuen tee.
gegen zehn ist das fest zuende und alle kommen hoffentlich unbeschadet nach hause. wir bleiben zu fünft zurück, räumen schnell auf, waschen das restliche geschirr ab. für uns beide fängt wie gewöhnlich die nachtschicht um 1.00h an.
catcontent:
lilith haben wir am sonntag sterilisieren lassen. sie kommt schon wieder prima die bäume rauf und runter. sie verschläft den trubel die meiste zeit in unserem zimmer.