30. dezember-1. januar 2026
viele photos wird es dieses mal nicht geben, aber einen hoffentlich unterhaltsamen text.
während der warterei auf die letzte passkontrolle an der king-hussein-bridge stoßen wir auf den kanadier c., mit dem wir uns ein schickes taxi nach amman teilen. natürlich zahlen wir trotz feilschen mehr als gedacht. wir werden auch massiv von bettlerinnen mit kindern auf den armen bedrängt, die nach dinar oder auch schekel fragen. aber ‚la‘ heißt auch hier nein.
beim losfahren stellen wir fest, das die einfachen taxis 100 meter weiter stehen, dort, wo die palästinenser ihren ausgang haben. aus irgendwelchen gründen ist das hier strikt getrennt. dort hätten wir wohl weniger bezahlt.
aber jetzt erst einmal zu fuß in die stadt. es gibt die üblichen kleinen läden an den straßen, werkstätten, unebene fußwege, viel verkehr, viele menschen und lärm.
aber alles ist sauberer und entspannter. weniger überfüllt.
hebron wirkt wie ein zu enger käfig mit zu vielen ratten. in amman ist platz. auch platz für ein lächeln unter passanten. das flair ist europäischer geprägt.
wir finden einen kleinen pizza-imbiss. wie herrlich, endlich wieder eine europäische mahlzeit zu haben, so lecker die palästinensische küche auch ist. eine saftige, gut belegte pizza mit viel käse!!!!
die stimmung auf der straße ist entspannt. viele jordanische frauen sind ohne kopftuch unterwegs und wenn mit hijab, dann sorgfältig geschminkt. sie gehen anders als in hebron. aufrecht, entspannt, mit begleitung oder allein. neben uns am anderen tisch hockt ein teenagerpärchen wie sich teenager eben auf eine pizza verabreden.
und auch auffällig viele touristen sind auf der straße. besonders viele junge frauen, die allein reisen.
von letzteren mehrere in unserem hostel.
eigentlich wollen wir noch irgendwo ein bier trinken, aber wir finden keine bar. nur läden wo wir welches kaufen können, was wir auch tun und mitnehmen.
eines trinken wir auf dem weg zurück, das zweite dürfen wir im hostel auf der terrasse trinken, obwohl alkohol in den räumen verboten ist.
die dachterrasse ist traumhaft schön, jetzt allerdings ein wenig kalt und nass. aber was wärmt mich ein bisschen? eine schmusebedürftige katze, die es sich gleich auf meinem schoß bequem macht.
wie heißt dieser blog nochmal? mit 80 katzen um die welt?
die beiden biere hauen uns sofort um. kein wunder nach drei monaten hebron.
wir schlafen so gut. ohne kleidung und dem feuerlöscher neben uns. ohne nachtwache und einem offenen ohr nach draußen. jeder in der eigenen etagenbettenkoje.
Die Bevölkerung Ammans besteht zu 70% aus palästinensischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen. Amman gibt einem also ein Gefühl dafür, wie Palästina ohne Besatzung wäre. Das entspanntere Lebensgefühl, die Tatsache, dass Menschen schlendern, dass sie gesünder und größer sind, dass sie weltlicher sind, weil sie keine Zuflucht zur Religion suchen müssen. So könnten auch Ramallah und Hebron sein. Wenn sie nicht unter Siedlern, Soldaten und Besatzung zu leiden hätten.




















