Dieser Beitrag war eine Art Liveticker! Wir hatten ihn den Tag über immer weiter gefüllt und upgedated!
Die Siedler sind jetzt gerade dabei einen neuen Außenposten etwa 50 Meter vor unserer Vordertür zu errichten. Wir haben sie um etwa 9:15 Uhr heute (Do, 20. November 2025) entdeckt.
Sie errichten ihn zwischen den Olivenbäumen, auf privatem palestinensischen Land, in der Closed Military Zone (die eigentlich niemand betreten darf).
Issa ist raus gegangen um mit ihnen zu reden, sie reagieren nicht. Er hat Armee und Polizei angerufen. Die Soldaten sind jetzt da, halten die Siedler aber nicht auf.
Dieser Filme ist, bevor die Soldaten da waren. Er zeigt unter anderem, wie Issa auf die Siedler und ihre Helfer zugeht.
Nach einer langen Zeit kommen Soldaten, aber sie halten die Siedler nicht auf.
Es ist 10:47 Uhr. Es sind über 60 Siedler und Helfer. Sie sprechen Englisch mit US-amerikanischem Akzent. Der größte Teil der Bautätigkeit findet direkt um die Ecke außerhalb der Sicht, die wir von der Tür aus haben, statt.
Sie haben eine Mauer hochgezogen und von ihrer bisherigen Siedlung einen neuen Zugang hierher geöffnet. Sie mähen das Gras, stutzen die Olivenbäume und räumen den Müll weg. Sie wollen ihre Siedlung hierhin erweitern.
Mein Versuch die Hauptbauarbeiten zu filmen:
Mäharbeiten kurz vor unserer Tür (er ist noch deutlich dichter gekommen):
11:07 Uhr: Sie scheinen zu packen. Aber sie haben auf jeden Fall ein Stück Land, das unseren palästinensischen Nachbarn gehört, illegal und unter den Augen der Soldaten ihrer Siedlung einverleibt.
11:10 Uhr: Sie sind weg. Issa und Mohammad sind wieder im Haus. Ich trinke jetzt erst mal Tee. Wir sind heute früh ohne Frühstück direkt in den Einsatz.
Normalerweise braucht die Armee nur Minuten, um die Siedler dazu zu bringen, den Versuch, einen Outpost zu errichten, abzubrechen. Diesmal haben sie sie über eine Stunde gewähren lassen.
Die Siedler werden in einigen Stunden oder Tagen zurück kommen, um ihren Außenposten endgültig zu etablieren. – Das ist ihr übliches Vorgehen. – Anwesenheit von Presse, Aktivisten und Diplomaten hier im Haus wäre jetzt hoch willkommen!
Nachträge:
1) Der persönliche Assistent von Itamar Ben Gvir (dem Minister für Sicherheit auch die Polizei untersteht) war Teil der Siedlergruppe. Dass ist vermutlich auch der Grund, warum die Polizei sich offen weigerte zu kommen.
2) Die Siedler haben beim Einpacken im Gespräch unter einander gesagt: „We will come back later.“ Issa glaubt, damit meinen sie nicht heute, sondern in den nächsten Tagen.
Issas Blickwinkel:
Folgendes schrieb er, während er bei den Siedlern stand, saß: „The Israeli military is allowing American volunteers who came to help the Israeli fanatic settlers to work on our privately owned land in Tal Rumieda in Hebron , while access for the Palestinian landowners remains restricted. This situation supports increased settler presence on the land and raises serious concerns regarding the protection of private property and the obligations of an occupying power under international law.”
Dies das wichtigste Video von heute und das mit der besten Qualität:
Binas Blickwinkel:
Hier sieht man gut, wie die Soldaten tatenlos rumlungern:
Auf dem nächsten Video sieht man den Assistenten von Ben Gvir! Der Mann, der bei Sekunde 3 von rechts ins Bild kommt ist der Assistent des israelischen Innenministers Ben Gvir. Ja, der Typ der sein Maschinengewehr lässig auf dem Rücken trägt und kurz mit Issa redet, welcher am Stamm des Olivenbaums lehnt.
Dies ist das zweitwichtigste Video von heute:
Die Siedler sind zurück!
13:35 Uhr: Die Siedler sind zurück! Seit etwa einer halben Stunde. Soldaten greifen nicht ein!
14:00 Uhr: Im Augenblick arbeiten sie auf Land, das der Stadt Hebron gehört. (Also der palästinensischen Stadtverwaltung.) Ihr Arbeitsgebiet ist somit leider außerhalb unsers Sichtbereichs vom Haus aus. Wir sehen nur den Schrott und Müll den sie von dort aus auf das private palästinensische Land einer weiteren Familie bringen.
Es sind US-Amerikanische Christen, die den Shabbath einhalten, den Evangelikalen nahe stehen. Sie selber halten sich für Juden und nennen sich „Messianische Juden“.
Die anderen Juden erkennen sie nicht als Juden an. Nutzen aber ihre Hilfe.
Auf dem nächsten Film sieht man, wie die Siedler und ihre Helfer, nachdem sie zurückgekommen sind, weiter machen und Schrott von weiter Oben auf dem Land der anderen palästinensischen Familie abladen. Issa und Mohammad holen einiges davon zu uns rein. Und die Soldaten machen: NICHTS!!!
14:35 Uhr: Die Siedler und ihre christlich-jüdisch-messianischen Helfer haben anscheinend aufgehört. Oder sie machen Pause. Oder sie arbeiten woanders, wo wir sie weder sehen noch hören können.
Gegen 16:00 Uhr ist der Spuk erstmal vorbei. Die Siedler ihre US-Amerikanischen Helfer und die Soldaten sind weg.
Das übliche Vorgehen der Siedler:
Das übliche Vorgehen der Siedler hier ist, alles vorzubereiten (sauber machen, Wege anlegen, Grundmauern legen…), und dann erstmal wegzugehen. Nach ein paar Tagen kommen sie dann wieder und feiern ein Fest. Das Fest hört einfach nicht auf. Einige feiern bis in den nächsten Tag rein. Dann taucht ein Zelt auf. Und nach und nach mehr Infrastruktur. Auf diese Weise gibt es keinen klaren Anfang. Jetzt ist zu wenig da, damit es wirklich ein neuer Outpost ist. Wenn sie ihr Zelt aufstellen, ist der Outpost ja nicht neu, weil Teile schon vorher da waren. – Und das reicht, damit es für die Medien kein berichtenswertes Einzelereigneis gibt.
Das Land, auf dem die Siedler aktiv waren (sind), gehört übrigens dem Cousin von Mohammad Natschi. Das ist der, den die Soldaten am 7. Oktober zusammengeschlagen haben. Und es gab schon einmal einen Outpost auf genau diesem Stück Land. Den sind die Familie Natschi und das Sumud-Zentrum damals wieder los geworden.

3 Antworten auf „Neuer Outpost“
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