12.-14. märz
aufbruch zu den nächsten abenteuern. die katzen nehmen es gelassen. neben uns stehen zwei türkische wohnmobile, bei denen sie sich schon häuslich niedergelassen haben.
wir machen einen zwischenstop in kemer, um daten für die simkarte zu kaufen. aber im touristenteil der stadt behaupten alle, unsere karte, in nord- zypern angeschaft, würde hier keine gültigkeit haben und eine neue sollte 80.-€ kosten. soweit kommt’s noch! solche touristenpreise sind wir nicht bereit zu zahlen. also weiter fahren….
wir schlängeln uns hoch in das bergdorf beycic. von dort wollen wir auf den tahtagli dagi wandern. uns lockt dieser schneebedeckte gipfel sehr. laut reisebuch soll man in sybill’s restaurant nach wanderkarten fragen. dies ist auch schon an der straße immer wieder ausgeschildert und soll gleich am ortseingang rechts zu finden sein. aber die erste frage lautet: wo fängt der ort überhaupt an? mit den ersten wohnhäusern oder dem ersten laden?das ist überhaupt nicht eindeutig. und die zweite frage: wo ist das restaurant? rauf und runter fahren wir, fragen einen einheimischen, der uns den weg beschreibt: die straße runter und dann nach 500 metern. das einzige, was wir finden ist ein hinweisschild. die frau im laden kennt sybills restaurant überhaupt nicht und deshalb geben wir es irgendwann auf.
ohne karte auf einen berg steigen, der keinen wirklichen ausgewiesenen wanderweg hat, an dem wir unterhalb der baumgrenze ein basislager mit unserem zelt errichten würden, um dort auf hin- und rückweg jeweils eine nacht zu schlafen … nee, das lassen wir besser.
und ich fange an, unserem 12 jahre alten reiseführer nichts mehr zu glauben. zu viel hat sich in der zwischenzeit verändert.

kumluca heißt die nächste größere stadt. dort erzählt man uns das selbe wie in kemer, aber hier kostet die simkarte nur 40.-€. das ist doch ein anderer schnack und wir bekommen sogar noch einen tee gereicht.
kumluca ist eine erfreulich normale stadt. kaum touristen, normale geschäfte und vernünftige preise.
entlang der küstenstraße werden die berge wieder beeindruckender und die gewächshäuser auch. ganze täler liegen wieder unter folie.
die straße ist kurvenreich. vor vielen linkskurven sehen wir ein kleines schild, das eine bademöglichkeit anzeigt. dann kommt an der bergseite der straße ein kleiner parkplatz und vielleicht eine bar oder ein cafe und man sieht einen weg die klippen hinunter führen. in der kleinen nische unten ist dann ein kleiner strand, der um diese jahreszeit noch verwaist ist. aber im sommer wird dort einiges los sein.
über so einem strand sehen wir es mit freuden: jemand hat ganz frisch und neu ‚free palestine‘ an die mauer gemalt. dazu die flagge palestinas. ein schöner anblick.
dann sind wir endlich in kas. der name wird eigentlich mit einem häkchen unter dem ’s‘ geschrieben und folgedessen ‚kasch‘ gesprochen. ich weiß aber nicht, wo ich das auf meinem computer finde.
kas lebt wieder hauptsächlich von touristen und erwacht auch grade aus dem winterschlaf.
auf einer großen freifläche wird morgen der freitagsmarkt stattfinden und daneben finden wir einen platz für die nächsten tage.

am nächsten tag stromern wir durch die stadt. bei amber-tours mieten wir ohne weiteres zwei seekajaks für sechs tage. altan (der inhaber) informiert uns gut und präzise über tour- und üernachtungsmöglichkeiten. er versteht vollkommen, daß wir lieber zelten, als auf einem campingplatz zu nächtigen. wir bekommen die wetterdaten für die nächsten tage ausgedruckt sowie eine brauchbare landkarte. er erzählt uns, worauf wir achten müssen und das es leider nicht möglich ist, auf der griechischen insel anzulanden, die kaum 2 kilometer vor kas liegt. wie schade. unsere paddelscheine will er gar nicht sehen. Leute, die sechs tage unterwegs sein wollen, wissen was sie tun. da braucht er das nicht.
am sonntag soll es losgehen.
wir bummeln durch die gassen, die unfassbar griechisch aussehen (weil sie bis 1922 griechisch waren!). bei der ‚rose laundry‘ können wir die wichtigste wäsche waschen lassen. nachmittags wird sie fertig sein.
der kleine kiesstrand am ende der bucht ist wirklich süß:



am hauptplatz werden wir von den restaurants wieder recht aufdringlich angekobert. aber wir gehen einfach, „nein danke“ sagend, vorbei. an der marina gegenüber von unserem stellplatz trinken wir bei sonnenuntergang ein bierchen und schwatzen online mit michels eltern. das ist immer wieder nett.
der nächste tag ist regnerisch und wird verschlummelt. ich mache aber eine eigene runde durch den ort.
noch ist der hauptplatz so leer, daß kinder platz zum fußball spielen haben. die mädchen fahren roller und jung gebliebene erwachsene skateboard. sobald ich mich irgendwo hinsetze, kommt eine katze zum schmusen, dazu ertönt von allen seiten hämmern, sägen, flexgeräusche.
überall in der stadt stößt man auf antikes. sarkophage zuhauf. wer keinen im vorgarten hat, ist arm dran. sie stehen an der promenade, auf verkehrsinseln und werden meist als zusätzliche mülleimer genutzt.


abends werden paddelsachen gepackt. hilfe, kommt da immer viel zusammen! ich bin gespannt, wie wir das alles in die boote kriegen.
