Urlaubstage vor dem Flug nach Palästina/Israel

Vor unserem Flug ins Land Palästina, den Staat Israel, manche nennen es auch Kanaan, machen wir eine Woche richtig Urlaub. Die Seele baumeln lassen und Betrachtungen über die Welt anstellen.

Zunächst noch ein paar Tage in Nicosia, wo wir über die Checkpoints von Nord- zu Südteil und zurück wechseln, wie die Weberschiffchen.

Neben dem H4C in der UN-Zone und dem Hoi Polloi im Nordteil ist die Weavingmill im Südteil der Altstadt unser dritter Lieblingsort. (Und unser Bulli natürlich!)

Die Weavingmill ist ein Co-Workingspace, in dem abends auch Veranstaltungen stattfinden. Die Location so (scheinbar) leer zu photographieren, war übrigens eine selbst gestellte Challenge. In Wirklichkeit war sie gut besucht.

Wir haben mehrere gute Gespräche mit verschiedenen türkischen Zyprioten, deren Namen wir zu ihrem Schutz nicht nennen. Interessant war vor allem, dass sie sich vor allem als Zyprioten sehen. Und dass sie die Türkei als Besatzungsmacht wahrnehmen. Und die Anatolientürken, die hier her gezogen sind als Siedler. – Sie selber sind inzwischen eine Minderheit im eigenen Land.

Mit diesem Siegel bestätigt die Technische Universität München, dass das im türkischen Teil Zyperns verkaufte dänische Tuborg-Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraut wurde. – Unser Humor 🙂

Am Mittwoch (24. September) fahren wir dann nach Iskele, an den Strand.

Es ist erschreckend zu sehen, wie viel Natur und Küste hier inzwischen zugebaut ist, wie viel hier immer noch gebaut wird, und wie viel Müll die zugezogenen Anatolientürken und Touristen (vor allem aus der Türkei und Russland) hier einfach in die Gegend schmeißen. Trotzdem finden wir noch einen schönen Platz, für zwei Nächte am Strand. Auch wenn wir erst mal ein paar Säcke Müll aus unserem unmittelbaren Blickfeld räumen müssen.

Blick aus dem Bulli-Bett, in dem Michel nach dem Frühstück nochmal rumlungert, während bina im Wasser ist.
Auf der Mauer neben unserem Tisch hat ein Miniaturritter einen Miniaturdrachen erschlagen. (Oder es war ein Miniaturprinzessin, die einen jungfräulichen Ritter gerettet hat…)
Diese Blume steht unter strengstem Naturschutz, wie wir später erfahren haben. Das Pflücken ist unter Strafandrohung verboten. Aber die Russinnen halten sich nicht dran, wie wir leider sehen mussten.
Sobald wir ein paar Schritte gehen, ist es leider unmöglich, den Müll zu ignorieren.

Also fahren wir nach zwei Nächten weiter. Nach ein paar Kilometern finden wir einen städtischen Strand, der täglich gereinigt wird. Und an dem Russisch die Umgangsprache ist. Hier bleiben wir die nächsten zwei Nächte.

Blog schreiben mit Blick 🙂

Wir fühlen uns an dem Strand, die wie aus dem TUI-Katalog ist erstaunlich wohl. Zwei Liegen mit Sonnenschirm kosten 3€ am Tag. Gekühltes Bier mit W-LAN und Stromanschluß 2€. Und es gibt sogar zwei kleine Riffe mit Fischen und Krebsen.

ich habe ein bischen probleme mit einer blasenentzündung, aber in der nächsten apotheke, die es hier genau so alle 500m gibt wie in deutschland, drückt mir die junge verkäuferin nach schilderung der symptome sofort ein breitband-antibiotikum für keine 5.-€ in die hand. eigentlich müßte ich dafür ein rezept vom arzt haben, aber sie wolle mir helfen, deshalb bekäme ich das eben so…. wie lieb ist das bitte!

und hier gibt es auch wieder straßenhunde. die sind extrem tiefenentspannt und so gut genährt, daß sie unser angebotenes futter ignorieren und das von gestern abend immer noch am straßenrand liegt. statt dessen liegen sie im schatten am strand und gehen zur abkühlung hin und wieder ins meer. und wenn sie lust haben lassen sie sich ein bischen kraulen.
nur einer hat eine hinkepfote, die wohl aber schon länger, denn er humpelt sehr behände mit seinen rudelkollegen durch die gegend.

hundesuchbild unter unserer liege

Morgen ist Sonntag und wir fahren wieder zurück nach Nicosia. Um 16:00 Uhr ist eine Demonstration gegen die Aufklärungsflüge, welche die britische Luftwaffe von ihrer Basis Akrotiri auf Zypern regelmäßig (ich glaube täglich) zur Unterstützung der israelischen Armee über Gaza fliegt.

Apropos Israel, das Graffito, dessen Foto ihr im letzten Blogbeitrag seht, hat hohe innenpolitische Wellen in Südzypern geschlagen. Die israelische Regierung hat verlangt, dass diese Graffitis entfernt werden, weil sie antisemitisch seien. Das Südzypriotische Innenministerium hat daraufhin alle Städte in einem Rundschreiben angewiesen, das zu tun. Die Städte weigern sich aber und die Zeitungen berichten täglich darüber.